Die Schleswiger Familie und Lederfabrik Gebr. Wiengreen & Firjahn 1681 - 2004
von Falk Ritter, 1. Juli 2007
Liste der Anmerkungen sind beim Verfasser auf Anfrage erhältlich

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* Abb. 01: Briefkopf 1930, Personen und Fuhrwerke sind viel zu klein dargestellt. Der Blick geht vom Dach des Kreisbahnhofes nach Norden.

1. Einleitung
Frau Dr. Sigrid Firjahn-Andersch erinnerte sich: "An einem frostklaren Novembernachmittag des Jahre 1998 verließ ich mit meiner Schwiegermutter Angela Firjahn, die damals schon über 90 Jahre alt war, den Geltinger Hof in Richtung Kornmarkt, wo sie Tee einkaufen wollte. Die Geschäftsführerin, die sie sonst immer bediente und die alle von ihr bevorzugten Teesorten kannte, war aber nicht anwesend, was zu Irritationen führte. So bedeutete sie der anwesenden jungen Verkäuferin, daß sie gerne 200 Gramm "ihrer" Teemischung haben wollte. Diese reagierte ahnungslos und fragte, was für eine Mischung sie denn meinte. "Na ja die von Frau Firjahn!" antwortete ihr Angela. "Frau Firjahn?" kam die ratlose Antwort. "Aber ich bin doch Frau Firjahn!" Um die Sache nicht noch peinlicher werden zu lassen, entschieden wir uns ganz schnell für irgendeine Teesorte und verließen das Geschäft wieder. Kopfschüttelnd ging sie neben mir her und murmelte immer wieder: "Ich bin doch Frau Firjahn, wie ist das denn möglich, daß man mich nicht mehr kennt?" Nichts im Stadtbild erinnert heute noch an Schleswigs älteste und größte Fabrik, die von 1831 bis 1980 auf dem Platz des heutigen Parkhauses im Stadtzentrum stand und bis zu 200 Arbeiter in Lohn hatte. Sic transit gloria mundi.

2. Die ersten Firjahns in Schleswig
In den Kämmereirechnungen der Stadt Schleswig stößt man im Jahre 1681 auf Peter Ferian, der "vor Steinbrugk als auch Sand" bezahlt wurde. Steinbrugker war ein Steinbrecher, der natürliche, also nicht gebrannte Steine verarbeitete.
1699 arbeitete er an der Wasserleitung, 1700 und 1702 am Pranger für die "Scharfrichters Stelle". Peter Ferian wohnte im 2. Quartier No. 181, also im Polierteich 9. Am 28. Juni 1700 bezahlte er für den Brandschatz 1 1/2 Mark. Die Schreibweise des Namens Firjahn variierte bis 1743, es fanden sich Fegrian, fehr, Firrian, fehrian und Virrian. Das Jahr 1732 markierte einen "beruflichen Fruchtwechsel", denn Peter Matthias Virrian, der das Haus No. 17 im 2. Quartier (Michaelisstr. 17) kaufte, war von Beruf Amtsschlachter. 1) Wo sich die Firjahns während des Gottesdienstes im Dom niederließen, kann man in einer Urkunde nachlesen:
"Wir Bürgermeister und Rath der combinirten Stadt Schleswig, urkundlich und bekennen hiemit, daß der hiesige Bürger und Amts Schlachter Peter Matthies Firjahn auf einer auf dem Rathause hieselbst gehaltenen Licitation den 4ten Stand in dem Frauen Gestuhl sub No 27 im großen Gange der hiesigen Domkirche und eine Klappe sub No 12 von Priestern Frauenstuhl anzurechnen nun und für 18 r schreibe Achtzehn Reichsthaler Schl. Holst. Cour. gekauft habe."
Die Firjahns übernahmen einige Vormundschaften, für die sie Rechenschaften ablegen mußten: 1759 Paul Fr. Banck, 1843 die Lorenzen - Kinder, 1845 für den "blödsinnigen Johann Friedrich Nissen" Fi)

3. Der Firmengründer Jürgen Firjahn
war der wichtigste Firjahn, denn er gründete die Firma und legte den Grundstock zu einem Vermögen, von dem alle folgenden Firjahns profitierten. Er wurde am 17. August 1806 in Schleswig geboren. Beim Gerbermeister Morwitzer, der seinen Betrieb Ecke Kälberstraße / Kälberteich (heute Lornsenplatz) hatte, erlernte er das Gerberhandwerk. "Wohl hatte er die lateinische Schule, wie es früher hiess, besucht, aber nur bis Tertia. Nicht weil ihm das Lernen schwer fiel, sondern weil er früh in die Lehre musste als Lohgerber. Er erzählte des Öfteren, wie er sich doch oft recht geschämt hatte seinen früheren Schulkameraden zu begegnen Wasser tragen oder sonst häusliche Verrichtungen machend für die Frau Meisterin. Aber er schaffte es und hat nach der Lehrzeit auch nach alter Weise, sein Felleisen schnüren dürfen und in die Welt gewandert, mit reichlich Mitteln versehn. Einmal, wie er erzählte, ist es ihm passiert, dass er seinen Geldbeutel in einer Herberge unter dem Kopfkissen liegen lassen. Er hat dann eine grosse Strecke Wegs zurück gehen müssen,

* Abb. 02: Jürgen Firjahn und Marg. Maria geb. Matthiessen

aber das Glück gehabt, dass der Herbergsvater ihm seine Börse, mit ernster Vermahnung, besser auf sein Geld zu achten, zurückgeben konnte."
Laut Wanderbuch startete er seine Reise am 11. Juli 1827. Sie führte ihn nach Würzburg, Schweinfurt, Bamberg, Bayreuth, Plauen, Dresden, Schamdau, Goerlitz, Liegnitz, Schweidnitz, Schmiedeberg und Freyburg, wo er sich acht Monate aufhielt. Am 28. April 1828 passierte er Breslau, dann Crossen, Berlin, Dübern, Leipzig, Erfurt, Köln, Rotterdam und erreichte am 10. Juni 1828 Paris, wo er ein Jahr lang arbeitete. 1829 reiste über Amsterdam und Hamburg nach Lübeck, wo er wieder für ein Jahr Station machte. In Flensburg kam er am 16. September 1830 an, reiste weiter nach Copenhagen, Claroesund, Nyborg, Slagelse, Ringster, Kopenhagen und Bjornburg. Am 27. August 1830 endeten die Eintragungen in seinem Wanderbuch.
Nach seiner Rückkehr kaufte er für 900 Thaler das Grundstück Stadtweg 40, wo er sein Gewerbe betrieb. Er heiratete die fünf Jahre ältere Marg. Maria Matthiessen, eine Tochter des Schnapsbrenners Matthiessen vom Holm. 1831 gründete er mit den nur wenig älteren Gebrüdern Wiengreen die Lohgerberei "Gebr. Wiengreen & Firjahn". Den Bürgerbrief erhielt er im folgenden Jahr. Fi)

4. Die Gebrüder Wiengreen
Die Familie Wiengreen stammte ursprünglich aus Schweden. Sie zogen nach Kopenhagen, wo der Lohgerber Hano Wingreen mit Anna Maria August verheiratet war. In Schleswig wirkte sein Sohn Johann von 1764 bis 1824 in der Faulstraße 12. Verheiratet war er mit Margarethe Auguste verw. Günthern, geb. Secora. Sie schenkte ihm die beiden Söhne Adolph W. und Christian W., welche mit Jürgen Firjahn die 1831 die Firma Gebr. Wiengreen & Firjahn gründeten. 2) Christian W. schied in den 1860er Jahren aus und betrieb eine eigene Gerberei. Das weitere Schicksal dieser Firma wird im Kapitel "Fa. Jacobsen" beschrieben. Adolph W. heiratete 1833 Jürgen Firjahns Schwester Amalia und ging nach Hamburg um dort das Kaufmännische des gemeinsamen Unternehmens zu besorgen. Von 1880 bis 1900 firmierten seine Söhne Martin W. und Johann W. als "Gebr. Wiengreen". Ihre Konterfeis sind auf der Photokollage von Terno im Städtischen Museum ganz rechts neben Christian Firjahn und dessen Vater Jürgen Firjahn zu erkennen. Die Heirat von Johann W. mit Jürgen Firjahns Tochter Mathilde im Jahre 1862 verstärkte noch die geschäftlichen Bande. Die Wiengreens betrieben in Hamburg noch weitere Unternehmen wie die Firma Adolph Wiengreen & Co. - seit 1840, die Häute aus Argentinien und Paraguay bezog. Als dieses Unternehmen 1902 in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, erlitt Johann Wiengreen einen tödlichen Schlaganfall. 1915 übernahm Wilhelm Wiese das Unternehmen am Rödingsmarkt. Andere Wiengreens führten erfolgreiche Geschäfte in Südamerika, wo sie mit internet-Suchmaschinen bis heute nachgewiesen werden können Fi)

5. Rundgang durch die Fabrik 1894
"Wie so viele Stätten der industriellen Arbeit in Schleswig-Holstein ist auch dieses seit dem Jahre 1836 bestehende Unternehmen, das nunmehr zu den bedeutendsten und angesehensten seiner Art im nördlichen Raum gehört, aus kleinen Anfängen hervorgegangen. Einen Rundgang durch seinen Schaffensbereich, in welchem gegen 150 Arbeiter ihre Kräfte entfalten, bekundet uns, daß der fesselnde Betrieb der Firma vollständig im Boden der fortgeschrittenen Zeit wurzelt. Wenn wir zunächst das Lagermagazin der Rohäute besichtigen, dann erkennen wir, daß hier sowohl Roß- als Rindhäute zur Bearbeitung gelangen. Während die letzteren fast ausschließlich dem Inlande entstammen, sind die ersteren theils französischen Ursprungs, theils aus Argentinien bezogen. Wie wir bereits wissen, besteht die erste Vornahme des Gerbverfahrens in dem Erweichen der Produkte in Wasserbassins. Je nachdem es sich um frische oder die aus der Fremde bezogenen trockenen und gesalzenen Häute handelt, währt dieser Prozeß kürzer oder länger. Durch das hierauf folgende Kälken und die Behandlung der Häute mit Schwefelnatrium wird die Enthaarung derselben vorbereitet, die dann ebenso wie die Entfernung der anhaftenden Blut- und Fleischtheile mittels der Schabemesser vollführt wird. Nachdem ein Theil der Häute mit durch die Prozedur des Beizens die für ihre Bestimmung erforderliche Weichheit erlangt hat, ein anderer Theil der Häute durch die hier wirkenden 4 Spaltmaschinen zu dünneren Stücken gestaltet werden, beginnt die eigentliche Gerbung mit dem sogenannten Anfärben der Häute. Hierzu, sowie zu dem nun folgenden Hauptverfahren dienen gegen 150 gemauerte Gruben, welche von einem Sammelbassin mit der aus Quebracho-

* Abb. 03: Kälkerei

Extrakt und Eichenrinde bestehenden Gerbbrühe versorgt werden. Das Quebrachoholz, das in Blöcken bezogen wird, muß zunächst mittels eines maschinellen Apparates geraspelt werden, ehe es behufs seiner Extraktion den 4 großen Extrakteuren zugeführt wird. Die garen Leder, welche mittels der über den Gruben angebrachten Laufkräne ihrer Gerbstätte entnommen werden, kommen zunächst behufs eines Nachgerbens in Walkfässer und hierauf, nachdem sie von der noch anhaftenden Gerbbrühe befreit worden, in die ausgedehnten mittels abgehenden Dampfes geheizten Trockenräume. Rotirende Windflügel sorgen hier für den erforderlichen Luftwechsel. Sämmtliche Leder unterliegen nunmehr einem genauen Sortirprozeß, durch den festgesetzt wird, zu welchen Fabrikationszwecken die einzelnen Stücke sich am besten eignen.
Bevor wir nun die weiteren Manipulationen der Bearbeitung verfolgen, betrachten wir noch die Dampfmaschine von 25 Pferdestärken, welche dem maschinellen Betriebe dient und gleichzeitig den Dynamo-Apparat für die aus 160 Glühlampen bestehende elektrische Beleuchtung des Fabrikbereiches in Wirksamkeit setzt, sodann die beiden Dampfkessel mit 83 Quadratmeter Heizfläche, die theils mit Spänen und dem Lohabfalle, theils mit Kohlengries geheizt werden. Das Speisewasser dieser Kessel wird wie das sonst für den Betrieb benöthigte Wasser verschiedenen artesischen Brunnen und einigen frei sprudelnden Quellen entnommen. Wir besichtigen ferner die Schlosserei, die Schmiede und die sonstigen Reparatur-Werkstätten, hierauf die zur Anfertigung der Versandkisten thätige Schreinerei, um uns dann wieder dem Schaffensprozeß zuzuwenden. Wir begeben uns zu diesem Zwecke in die Werkräume des Zurichtens. Hier schauen wir, wie die Leder, um hinsichtlich

* Abb. 04: Dampfmaschine

ihrer Dicke und ihres Aussehens eine Gleichmäßigkeit zu erhalten, gefalzt und mittels maschineller Apparate blanchirt, wie sie ferner durch Einfetten geschmeidig gemacht werden. Die hinteren Theile der Roßhäute, die sogenannten Schilder, werden in einer besonderen Arbeitsstätte zugerichtet und gefärbt, um dann als Spiegelware in den Handel zu gelangen. Hier wird die Narbenseite der zum Lackiren bestimmten Leder blanchirt, dort werden diese Leder für den erwähnten Prozeß durch andere Manipulationen vorbereitet, namentlich geschmeidig gemacht. Nachdem der zu diesem Prozeß erforderliche Lack in einem besonderen Gebäude bereitet ist, werden die entsprechenden, vorbereiteten Leder in Rahmen gespannt und in sorgfältiger Weise mit dem glanzgebenden Stoffe bearbeitet. Einer Abtheilung dieser Lackirarbeit liegt ausschließlich die Herstellung glatter Lackleder ob. Hier entstehen die für Sattlerzwecke, für den Wagenbau und für die Schuhfabrikation bestimmten glatt lackirten ganzen Rindleder, sodann die aus den Vordertheilen der Roßhäute und Spalthäuten erzeugten glatten Lackleder für den Dienst der Schuh- und Sattler-Werkstätten. In der anderen Abtheilung wird dagegen gekrispeltes Lackleder dargestellt, indem man der Narbenseite mit dem Krispelholze einen feinere oder gröbere Körnung giebt. Die fertig lackirten Leder werden in den Rahmen theils im Freien, theils in durch Hochdruckheizung erhitzten Lackiröfen und mächtigen Trockenschuppen getrocknet, um sodann mit den anderen Erzeugnissen in den Kontrolraum kommen und von hier mittels Fahrstuhls den im Souterrain gelegenen Lagermagazinen zugeführt zu werden. Die an die Bureaus anschließenden Pack- und Expeditionsräume sind von besonderer freundlicher Helle und ansprechender Bauart. Die Firma Gebr.

* Abb. 05: Lackieren

Wiengreen & Firjahn verarbeitet jährlich neben einer bedeutenden Menge roher Schilder, welche sie behufs weiterer Fabrikation bezieht, gegen 30.000 bis 35.000 Stück Roß- und Rinderhäute, deren Ergebnisse sie dem In- und Auslande zuführt. Ihre Meisterschaft wurde auf verschiedenen Ausstellungen durch hervorragende Prämiirungen in gebührender Weise anerkannt." 3)

* Abb. 06: Trocknen der Häute

6. "Pariser Stiefellak"
Im Folgenden eines von vielen Rezepten für Lackleder, das Jürgen Firjahn von seiner Wanderzeit aus Frankreich mitgebracht hatte:
2 Loth gröblig gestoßene Galäpfel
1 Loth Bleiesalz
1 Loth Eisenvitrol
1 Quantum Kupfervitrool
unt 1 1/2 Flaschen Wein gekocht, 1/2
Stunde. Eisenvitorol und Kupfervitrool
kommt in der abgekochten und
durch ein feine Leinewand gesaichte
Brühe und löst sich leicht auf.
Am andern Morgen gießt man
das flüssige vom Bodensatz ab, läßt
unter Erwärmen 9 Loth Gummi Arabicum
darin auf mischt 6 Loth Sirup und
1/2 Flasche Weingeist unter Umschütten
darunter.
Der Lak wird mit einem Pinsel
aufgetragen. Fi)

7. Gebr. Wiengreen & Firjahn 1831 - 1897
1840 erwarben die Gebr. Wiengreen & Firjahn die südliche Hälfte des Geltinger Hofes im Stadtweg 21 - ehem. Jungfernstieg. 4) Sie errichteten mehrere Betriebsgebäude, wovon eines sogar aus den Mauersteinen des abgebrochenen alten Theaterhauses bestand, wie sich Schnittger erinnerte. Im selben Jahr beschäftigte man 30 Arbeiter und verarbeitete 4025 große und 9293 kleine Häute. Fi)
Am 5.Nov.1857 berichtete der Altonaer Mercur über eine Gewerbeausstellung im Ständesaal des Schleswiger Rathauses, wo u.a. auch "Leder von vorzüglicher Qualität aus der Fabrik von Firjahn und Wiengreen" gezeigt wurde.
Das Unternehmen entwickelte sich sich vielversprechend. 1861 erwarb es in Schweden die "SKÅNSKA HUSHÅLLSFÖRENINGEN" - Medaille, 1862 in London eine weitere Medaille Fi) und sogar auf der Weltausstellung in Wien 1873 war sie vertreten, wie die Schleswiger Nachrichten berichteten:
"Diesem Zustande der Schlaffheit ist es zuzuschreiben, daß die Beschickung der Wiener Weltausstellung von hier aus eine verschwindend geringe gewesen ist und nur ein einziger Aussteller, die altrenommirte Lederfabrik der Gebr. Wiengreen u. Firjahn, dort einen Preis errungen hat." 5)
Über Ereignisse in der Fabrik berichtete die Zeitung weiter:
Schleswig, den 27.October Fl. Z.: Ueber Nacht hat eine Feuersbrunst die größte unserer hiesigen Fabriken, nämlich die Lederfabrik der Herren Wiehgreen und Firjahn in Asche gelegt. Das Feuer kam ungefähr um Mitternacht zum Ausbruch und griff schnell mit solcher Schnelligkeit um sich, daß an ein Löschen der Fabrikgebäude nicht zu denken war. Das viele Holzwerk, Lohe (wovon erst in diesen Tagen zwei Schiffsladungen aus Holland arrivirt waren), Steinkohlen und was sich sonst an leichtbrennbaren Materialien in den Gebäuden befand, gab dem Feuer reichliche Nahrung. Es war noch ein großes Glück, daß es wenig wehte, denn sonst wären außer dem Wohnhause der Fabrikbesitzer mehrere Nachbarhäuser nicht zu retten gewesen. Da aber alle Anstrengungen auf Letzteres gerichtet waren, so glückte es, durch Niederreißen des zunächst gelegenen Gebäudes und durch die Thätigkeit der Spritzen dem Feuer Einhalt zu thun. Man bedauert allgemein die Stockung, die für längere Zeit in diesem blühenden Geschäft eintreten muß, sowohl der Besitzer wegen, als auch wegen der Arbeiter, die hier über 50 an der Zahl ihr täglich Brod fanden. Der Vorrath an Leder ist meistens geborgen. Beim Brande herrschte gute Ordnung, gestützt auf das vor einiger Zeit organisirte Brandcorps.
1870 Herr Christian Firjahn jun., welcher bisher im Geschäfte seines Vaters thätig war (Firma Firjahn & Wiengreen Altona=Schleswig), wird auf eigne Hand eine Lederlackirfabrik an der Schleswiger Chaussee errichten. 7)
1872 wurde nachts ein riesiger Kessel sehr geräuschvoll vom Bahnhof zur Fabrik transportiert. 8)
1872 anläßlich des Hochwassers: Am Stadtweg litt namentlich die Firjahnsche Fabrik, so daß die Arbeit hier eingestellt werden mußte; das Wasser nahm eine große Quantität Öl im Werte von annähernd 1800 M mit fort. 9)

8. 1877 Christian Firjahn löst seinen Vater Jürgen Firjahn ab.
Während seiner Zeit avancierte die Lederindustrie zur drittgrößten Industriebranche in Deutschland.

* Abb. 07: Christian Firjahn

1887: "Die Translocation eines Gebäudes nach Amerikanischer Manier wurde vorgestern Abend von dem Zimmermeister Jepsen ausgeführt, indem derselbe den 29 Meter langen und 5 Meter tiefen Schuppen des Lederfabrikanten Firjahn, der eine schwere von beiläufig 300 Zentner repräsentiert auf dem ziemlich unebenen Terrain auf der Wiese am Angler Bahnhof, wo derselbe seinen Stand hatte, durch 80 Arbeiter von dem Platze wegtragen und an einen ziemlich entfernten Platz wieder hinstellen ließ." 10)
1888: Die elektrische Beleuchtung in der Fabrik des Herrn Firjahn umfaßt über 100 Glühlampen. Die Dynamomaschine, welche die Elektrizität für diese Anzahl Glühlampen, die übrigens nicht alle in Betrieb sind, herstellt, nimmt 10 Pferdestärken in Anspruch. 11)
1892 führte die Cholera in Hamburg auch zu Besorgnis in Schleswig: August: Überhaupt dieser Waschbach! Wann endlich wird man sich diesen Wasserlauf ansehen und einsehen, daß er ohne weiteres und ohne große Kosten beseitigt werden kann, da das Bächlein, das bei der Hüb´schen Kaserne raustritt, seinen natürlichen Ablauf gleich dort unterhalb der Straße nach Firjahn hin hat und auch meistens dort längst fließt .... Im September meldeten die SN: In der Kaserne des Herrn Firjahn erkrankte gestern abend plötzlich ein Husar, kam ins Garnisonlazarett, keine Cholerine.
1894 wurde der Fabrikschornstein um 10 Meter erhöht. 12)

9. Der große "Strike" 1898
Im Sommer 1898 wurde Gebr. Wiengreen & Firjahn bestreikt. In der Zeitung vom 21.6.1998 konnte man zwei Anzeigen lesen:

* Abb. 08: 180köpfige Belegschaft 1901 Der Chef Christian Firjahn sitzt unten in der Mitte

"Achtung! Arbeiter Schleswigs! In der Fabrik von Gebr. Wiengreen & Firjahn ist wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt." "Eine größere Anzahl Arbeiter wird sofort für dauernde Arbeit und gegen guten Lohn gesucht. Geb. Wiengreen & Firjahn Lederfabrik"
Die Zeitung berichtete weiter:
SN 28.6.1898: Wir werden von der hiesigen Firma Gebr. Wiengreen & Firjahn um Wiedergabe des nachstehenden Schreibens ersucht. Eine Deputation der streikenden Arbeiter hat den Bürgermeister unter Darlegung ihrer Bedingungen um Vermittlung zur Beilegung des Streiks ersucht, hieraufhin hat genannte Firma das wiedergegebene Schreiben erlassen:
Herr Bürgermeister Heiberg, Schleswig
Die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Arbeit, welche eine Deputation unserer ausständigen Arbeiter Ihnen mit der Bitte um Ihre Vermittlung zur Beilegung des Streikes unterbreitete, sind ihrem ganzen Umfange nach zu unserer Kenntniß gelangt.
Die dem Streik vorhergehenden Erscheinungen und die denselben auch jetzt nach seinem Vollzuge begleitenden Umstände sind so herausfordernder Art und kennzeichnen so sehr das der ganzen Bewegung zu Grunde gelegte Prinzip - eine Machtfrage zum Austrag zu bringen -, daß wir im Interesse einer gedeihlichen und friedlichen Weiterentwicklung unseres Betriebes unter keinen Umständen mit der Gesammtheit der ausständigen Arbeiterschaft oder mit einer Deputation derselben in Unterhandlung treten können, um so weniger, als die nach unserm neuen Lohntarif bewilligten Lohnerhöhungen unter den heutigen sehr ungünstigen Geschäftsverhältnissen weitgehendster Art sind.
Es ist uns jedoch sehr wohl bekannt, daß ein großer Theil der ausständigen Arbeiter nicht aus eigenem Antriebe, sondern nur dem Druck der führenden Elemente inn- und außerhalb des Betriebes folgend, die Arbeit niederlegte. Wir behalten uns daher vor, diesen betreffenden Arbeitern eine Frist zu stellen, innerhalb welcher wir sie zur Arbeit in unserm Betriebe wieder zulassen werden, soweit nicht schon die offenen Arbeisstellen durch neue Kräfte besetzt sind.
Da verschiedene vor dem Streik zu Tage getretene Vorkommnisse uns nicht die Gewähr dafür bieten, daß der Inhalt dieses Antwortschreibens allen Betheiligten in seinem vollen Umfange zur Kenntniß kommt, werden wir einen Abdruck derselben in den beiden hiesigen Zeitungen erscheinen lassen.
Ergebenst
Gebr. Wiengreen & Firjahn
Von Seiten der streikenden Arbeiter ist uns inzwischen eine Darstellung der Gründe für die Arbeitseinstellung zugegangen, die also lautet:
"In der Fabrik der Gebrüder Wiengreen & Firjahn ist das Akkordssystem möglichst durchgeführt. Bei diesem System müssen aber in fast allen Werkstätten Nebenarbeiten gratis mitgemacht werden, die oft einen starken Verlust an Zeit und folglich auch Einbuße an Lohn verursachen.
Daß bezüglich dieser Nebenarbeiten eine Regulirung vorgenommen werden möchte, ist schon seit Jahren der Wunsch der Arbeiter, der aber bisher keine Erfüllung fand.
Als nun im Februar d. Js. in der Lackirerei eine Herabsetzung der Akkordsätze vorgenommen wurde, wollten die Arbeiter dieser Branche beim Herrn vorstellig werden, um die Aenderung rückgängig zu machen. Da wurde vom betreffenden Wortführer erklärt: "Der Herr wolle die Arbeiter nicht sprechen". Nun traten wir zusammen und sagten uns. es kann doch wohl nicht möglich sein, daß Herr Firjahn uns so kurzer Hand abschiebt, jetzt wollen wir einmüthig unsere Herzenswünsche insgesammt und zwar schriftlich in Gestalt eines revidirten Lohntarifs einreichen. Denn im Jahre 1894, als hier in der Stadt verschieden Plakate angeschlagen und als Flugschriften vertheilt waren, erklärte Herr Firjahn in einer in der Fabrik abgehaltenen Versammlung: "Wenn etwas ist, was Ihr meint, daß nicht richtig ist, kommt zu mir, ich werde jederzeit für Abhilfe sorgen und werde bestrebt sein, mit meinen Arbeitern in Einigkeit zu leben".
Nachdem wir uns jeder Werkstelle einen Vertrauensmann gewählt und demselben unsere Wünsche vorgetragen, bezeichneten wir diese Männer als Lohnkommission, und wurde diese beauftragt, das Nähere mit der Firma zu besprechen, um eine Einigung zu erzielen, wir wurden aber mit unsern Wünschen abgewiesen und es wurde durch Fabrikanschlag erklärt, die Firma könne sich hierauf nicht einlassen, sondern sie werde ihre Entschließungen uns allen mittheilen. Die Lohnkommission als solche erkenne sie nicht an. Danach schien es, daß wir durchaus nichts über unsere Arbeits- und Lohnangelegenheiten mitzuwirken haben sollten. Als nun am Freitag den 17. d. M. uns durch Anschlag die Entschließungen mitgetheilt wurden und die Aufbesserungen im großen und ganzen nur minimale waren (mit wenigen Ausnahmen), wurde die Kommission beauftragt, nochmals vorstellig zu werden, um auf jeden Fall eine Einigung zu erzielen, denn im neuen Lohntarif sei der Kernpunkt, Beseitigung der Nebenarbeiten, garnicht berührt, wie denn auch erklärt wurde: Die Nebenarbeiten bleiben bei.

Der Gerberbock, das typische Gerberwerkzeug

Die Lohnkommission wurde aber zurückgewiesen, und so war es nicht möglich, auf gütlichem Wege eine Einigung zu erzielen, da jedes Mitwirken unserseits stets abgewiesen und abgeschlagen wurde.
Als letzten Versuch, die Angelegenheit zu regeln, um den Streik zu verhindern, beauftragten wir den Vorsitzenden des deutschen Verbandes der Lederarbeiter als Vermittler zu wirken, der es auch nicht versäumte, vorstellig zu werden, aber auch dieser Versuch wurde abgewiesen, worauf die Arbeit eingestellt ist.
Hätte die Firma sich bereit finden lassen, mit uns überhaupt in eine Verhandlung zu treten, sei es auf welche Art es sei, wir hätten uns gern zu Konzessionen bezüglich des Lohntarifs bereit finden lassen, und dieses äußerste Mittel, die Arbeitseinstellung wäre nicht angewandt worden." Ferner geht uns aus Arbeiterkreisen folgende Mittheilung zu:
"Wenn gesagt worden ist, daß Herr Pastor Sieveking [Schwager von Christian Firjahn] sich bemüht hätte, Arbeitswillige für die Firma Wiengreen & Firjahn auzuwerben, so ist nach Feststellung der Thatsachen erwiesen, daß dieses auf Unwahrheit beruht."
Gleichzeitig wird uns mitgetheilt, daß das Gewerkschaftskartell, außer der Unterstützung, die der Verband bewilligt hat, den streikenden Arbeitern pro Woche für jedes Kind 50 Pf. und für jeden unverheiratheten Arbeiter 2 M bewilligt hat. Die unverheiratheten Streikenden erhalten also danach jetzt 11 M, die verheiratheten 12 M und für jedes Kind 1 M die Woche.
SN 10.7.1898:
Nach Mittheilung unseres Korrespondenten ist jetzt in der Fabrik von Wiengreen & Firjahn durch Hinzuzug neuer Arbeitskräfte die Zahl der Arbeiter auf 84 ergänzt gegen etwas über 150 vor dem Strike. Wenn das richtig ist, so wäre dringend zu wünschen, daß der Strike baldigst als beendigt erklärt werden könnte, damit wenigstens ein Theil der ausständigen Arbeiter, insbesondere die ansässigen Familienväter, wieder Beschäftigung finden können.
SN 13.7.1898:
Zum Streik in der Firjahn´schen Fabrik Angesichts der Differenz in den Angaben unserees Korrespondenten und der Streikkommission über die Zahl der gegenwärtig in der Fabrik beschäftigten Arbeiter haben wir uns heute direkt in das Komptoir der Fabrik begeben und um die Erlaubnis gebeten, die Arbeiter- und Lohnlisten einsehen zu dürfen. Nachdem diese bereitwilligst gewährt war, können wir feststellen, daß heute 85 Arbeiter thätig sind, darunter allerdings, soweit wir sahen, nur 3, die bisher im Streik standen. Insofern sind die Angaben unseres Korrespondenten als richtig aufrecht zu erhalten. Wenn wir an diese Angaben den Wunsch knüpften, daß der Streik alsbald als beendet erklärt werden könnte, so können wir diesen Wunsch nur wiederholen. Nachdem der Fabrikbesitzer auch neuerdings jede Verhandlung mit einer Vertretung der ausständigen Arbeiter anheimgestellt hat, die Arbeit wieder aufzunehmen, ist allerdings eine offizielle Beendigungserklärung seitens der Streikkommission sehr erschwert. Andererseits aber können wir doch nicht umhin, mit Bezug auf die Bemerkung, daß mancher streikende Familienvater jetzt mehr Streikgelder erhält, als er durch seine Arbeit in der Fabrik verdient hat, darauf aufmerksam zu machen, daß das wohl in einzelnen Fällen richtig sein mag, daß aber die Streikunterstützung doch unmöglich als dauernde Einrichtung betrachtet werden darf, und daß nur auf dauernde Einnahmen hin eine Familie begründet und erhalten werden kann. Unter allen Umständen ist doch dringend erwünscht, daß von den ausständigen Arbeitern möglichst viele wieder dauernden Verdienst finden.
SN 6.8.1898:
Von den ausständigen Arbeitern der Firjahn´schen Fabrik sind gestern wieder 10 Mann bei der Firma Falk und Schütt in Wilster in Arbeit getreten und sollen dort auch wie wir hören in den nächsten Tagen sämmtliche hiesige ausständige Lederarbeiter die an den Lederbearbeitungsmaschinen ausgebildet sind, eingestellt werden. Die dortige Firma hat ihren Betrieb in letzter Zeit ganz bedeutend vergrößert. Infolge der vielen Neueinstellungen soll es schon schwer sein, in der kleinen Stadt Wilster ein Unterkommen zu finden, sodaß viele Arbeiter in Itzehoe wohnen müssen, welche dann mittelst Extrazug jeden Morgen und Abend hin und zurückbefördert werden. Für die Firma in Wilster kommt der hiesige Lederarbeiter-Ausstand jedenfalls recht gelegen, indem ihr dadurch Gelegenheit gegeben ist, bei der Vermehrung ihres Personals vorzugsweise eingelernte Arbeiter erhalten zu können.
SN 11.8.1898:
Der Streik in der Firjahnschen Lederfabrik ist beendet. In einer gestern abend beim Gastwirth H.Paulsen auf dem Domziegelhof abgehaltenen Versammlung der Strikenden wurde mit 40 gegen 16 Stimmen beschlossen, den Streik als beendet anzusehen und die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen.
Ursache für den Konflikt zwischen Firjahn und seinen Arbeitern war die katastrophale Marktlage. Auf dem Weltmarkt für Häute waren die Preise dramatisch angestiegen, konnten aber nicht an die Kunden weitergegeben werden. Opfer dieser Krise wurde in Hamburg nicht nur Christian Firjahns Bruder Adolph, sondern auch Johannes Wiengreen.
Im Jahre 1901 wurde Christian Firjahn alleiniger Inhaber der Fa. Gebr. Wiengreen & Firjahn. Ihm zur Seite stand der Buchhalter Blunck, der mit Procura ausgestattet wurde. 13)

10. Die Zeit bis zum 1. Weltkrieg
1903 wurden Christian Firjahn und sein Sohn Friedrich Firjahn alleinige Inhaber der Firma. 14)
SN 31.3.1903: Am Sonnabend Nachmittag kurz nach 5 Uhr entstand in einem der Firjahn´schen Lackiröfen Feuer infolge Entzündung eines Lackbehälters. Durch sofortige energische Bekämpfung seitens der Arbeiterschaft und der mit einer Handspritze und der Dampfspritze herbeigeeilten freiwilligen Feuerwehr konnte das Feuer auf das Entstehungslokal beschränkt werden. Der durch Brandschaden verletzte Arbeiter Gloy wurde sofort verbunden und in das städtische Krankenhaus überführt; sein Befinden giebt erfreulicherweise zu Besorgnissen keine Veranlassung. Die Firma hat nur einen verhältnismäßig geringfügigen Schaden durch das Verbrennen einiger Lederhäute erlitten. Die gegen Feuersgefahr für die betr. Lokalitäten getroffenen Vorsichtsmaßregeln bewährten sich bei dieser Gelegenheit vorzüglich, sodaß ein Feuerschaden an den Baulichkeiten überhaupt nicht entstanden ist.
SN 15.10.1904:
Herr Fabrikant Firjahn hier hat heute einen Drohbrief folgenden Inhalts erhalten: "Diese Woche noch ist die reihe an ihnen die Arbeiter u. sie sollen alle zu Kreutz krigen wenn die Fabrick brennt. Es sollen alle Gebäude ein raub der Flammen werden ihr Geld müssen wir ja auf verzichten." Herr Firjahn hat seinen Arbeitern von dem Inhalt des Schreibens Kenntnis gegeben. Der Brief war unfrankiert und mußte mit 10 Pfg. Strafporto eingelöst werden. Er rührt wohl von einem Wahnsinnigen her! Pfingsten 1908: Besondere Verdienste um die Schaffung des Luisenbades hatten sich die Friedrichsberger Spar- und Leihkasse, die Fabrikanten Chr. Firjahn und Menge, sowie der Apotheker Warnecke erworben. 15)
SN 6.3.1910:
Herr Firjahn sen. hat am gestrigen Nachmittag in Hamburg einen Unfall erlitten. Beim Aussteigen aus der Elektrischen kam er zu Fall und setzte sich eine Schulter aus. Er wurde nach dem Altonaer Krankenhaus gebracht, wo man ihn in der Narkose die Schulter wieder einrenkte. Von der kräftigen Konstitution des Herrn Firjahn zeugt es, daß er eine halbe Stunde nach der Entlassung aus der ärztlichen Behandlung in Begleitung seiner Tochter sich schon zu Fuß nach dem Bahnhof begeben konnte, um nach Schleswig zurückzufahren.
Am 3.9.1914 konnte man in den Flensburger Nachrichten lesen, daß Firjahn den Soldatenfamilien seiner Fabrik bis auf Widerruf wöchentlich 4 Mark für die Frau und 2 Mark pro Kind bezahlte.
Von 1907 bis 1917 suchte Firjahn in häufigen Anzeigen Arbeiter. Während des Krieges trat ein großer Mangel an Leder ein, weil Deutschland keine Häute mehr aus Argentinien importieren konnte. Als Ersatz erhielt die Bevölkerung z.B. Sohlen aus imprägnierten Filz, Lederresten und Holz. 16)
1916 rief u.a. auch Firjahn zur Gold- und Schmucksammlung auf. 17)

11. Der Untergang von Gebr. Wiengreen & Firjahn
1921 verstarb der Prokurist Blunck. 18)
1922 sind Christian Firjahn und seine Söhne Friedrich Firjahn und Adolf Firjahn persönlich haftende Gesellschafter. 19) Der Krieg, die folgende Wirtschaftskrise und die Konkurrenz aus dem Ausland bewirkte den Niedergang der Firma.
1925 hatte sie gerade noch 10 Arbeiter. 20) Im gleichen Jahr führten Arbeitskämpfe zu Aussperrungen bei den Lohgerbern.
1926 wurde die Betriebskrankenkasse Firjahn aufgelöst. 21)
Am 30.12.1928 stirbt Adolf Firjahn, am 11.12.1930 sein Vater Christian Firjahn.
1931 erreichte die Firma, vertreten durch Friedrich Firjahn einen Vergleich mit ihren Gläubigern. 22)
1934 stellte sie ihre Tätigkeit ein. Die Löschung im Handelsregister erfolgte aber erst 33 Jahre später. 23)

12a. Umzüge in Schleswig
Die Lederfabrik Wiengreen & Firjahn nahm an mindestens drei Umzügen teil: 1925 anläßlich der Rheinischen 1000-Jahr-Feier, 1933 anläßlich des 1.Mai und 1937 Im Rahmen der Feier "Ganz Schleswig unter einem Hut". 24)

* Abb. 09: Umzug 1. Mai 1933 An der Spitze Friedrich und Curt Firjahn, insgesamt 39 Personen

12b. Wahre Volksgemeinschaft 1934
Am 13. Januar 1934 fand in Schleswig eine bemerkenswerte Versammlung statt:
"Der Deutsche Lederarbeiterverband Schleswig hatte am letzten Sonnabend seine Mitglieder und die Firmeninhaber zu einem Kameradschaftsabend im Gr.Baumhof eingeladen. Man sah, daß die Volksgemeinschaft, wie sie unser Volkskanzler Hitler wünscht, durchgeführt ist. Zunächst setzte man sich zur gemeinsamen Kaffeetafel. Der Betriebobmann Pg.Albrecht eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Arbeitskameraden und die Vertreter der Firmen sowie den Kreisleiter der Arbeitsfront Pg.Jans. Während der Kaffeetafel sorgten einige Kameraden dafür, daß der Humor zu seinen Rechten kam. Dann ergriff Herr Firjahn jun. das Wort und dankte zugleich im Namen der Firma Knecht und Wördemann für die Einladung und betonte, daß sie gerne der Einladung gefolgt wären. Weiter führte er aus, daß festgestellt werden müsse, daß im Jahre 1933 der Geschäftsgang in beiden Betrieben gegenüber dem Jahre 1932 sich sehr gebessert [war sehr schön geredet] und er die Hoffnung habe, daß das Jahr 1934 sich noch mehr zum Segen des Deutschen Vaterlandes auswirken werde. Dann sprach der Kreisleiter der Arbeitsfront Pg.Jans. Auch er dankte für die Einladung und führt u.a. aus:" Es ist für mich eine besondere Freude zu sehen, daß die Arbeitgeber und Arbeitnehmer hier kameradschaftlich zusammenkommen. Das ist die wahre Volksgemeinschaft" Möge es überall so in unserem Vaterlande sein. In der deutschen Arbeitsfront kennen wir nicht mehr die Bezeichnung Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, sondern nur den Ehrentitel "Deutscher Arbeiter", denn es war ein deutscher Arbeiter, der es sich zur Aufgabe stellte, den Klassenkampf auszurotten. Es ist unser Führer, der Volkskanzler Adolf Hitler. Wir reichen jedem deutschen Volksgenossen, der ehrlich sich für die Ziele einsetzt, die Hand und ziehen durch die Vergangenheit einen Strich. Aber derjenige, der sich uns als Gegner entgegenstellt, werden wir, um einen treffenden Ausdruck zu gebrauchen, "verrecken" lassen. Dieses gilt für alle und ohne Unterschied des Standes. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß Pg. Jans seine Ausführungen. Die Anwesenden blieben dann noch einige Stunden gemütlich beisammen."

13. Firjahn & Co. ab 1936
1936 gründete Friedrich Firjahn zusammen mit Emil Hasenmeyer die Firma Firjahn & Co.. Hasenmeyer gab eine Einlage von 20.000 Reichsmark und war mit 1/3 an der Firma beteiligt. 25) Die Geschäfte liefen nicht so gut, weil die DAF unannehmbare Forderungen stellte und sie kaum Arbeiter zugeteilt bekamen.
Auch der Eintritt von Firjahn und Hasenmeyer in die NSDAP im Jahre 1937 änderte daran nichts. 26) Mit Beginn des Krieges wurde Hasenmeyer eingezogen und diente in einer Nachschub-Abteilung in Brüssel. Fi) 1940 heiratete er Friedrich Firjahns Tochter Zinha 27), die ihm einen Sohn und zwei Töchter schenkte. Fi) Im gleichen Jahr wurde die Lagerhalle für eine Mot-Einheit beschlagnahmt. 28) 1943 erhielt Firjahn das Angebot, in Minsk eine Lederfabrik treuhänderisch zu verwalten. Mit einigen Angestellten reiste er dorthin, kehrte aber nach Schleswig zurück, weil ihm dieses Angebot überhaupt nicht zusagte. 29)1948 wollte sich Friedrich Firjahn von Hasenmeyer wieder trennen, was zu einem Prozeß führte, der in einem Vergleich endete. Curt Firjahn gab seinem Vater Friedrich Firjahn unmittelbar vor der Währungsreform 75.000 RM, um Hasenmeyer auszulösen. Fi) In der Firma seines Sohnes arbeitete er noch mehrere Stunden täglich. 30) Er starb am 11.11.1959.

* Abb. 10: Friedrich Firjahn und Hilda geb. Tietjen

14. Curt "Christian Firjahn" 1944 - 1983
Curt Christian Firjahn wurde am 12.6.1905 in Schleswig als Sohn von Friedrich Firjahn und Hilda geb. Tietjen geboren. Er wurde Diplomingenieur für Chemie und selbständiger Kaufmann. 1935 übernahm er die Firma von Ignaz Pietsch in Katscher/Schlesien, eine Großhandlung in Häuten & Fellen sowie Därmen und Fleischereibedarfsartikeln. 1943 heiratete er die inzwischen geschiedene Tochter des ehemaligen Firmeninhabers Angela Andersch geb. Pietsch und adoptierte zwei ihrer drei Kinder. Gemeinsame Kinder blieben ihnen versagt. 1944 gründete Curt Christian Firjahn in Schleswig eine Handelsgesellschaft mit dem Namen "Christian Firjahn". Fi) 1948 wurde Curt Firjahn stellv. Stadtverordneter für den SSW. Damit verhielt er sich für einen Firjahn eigentlich sehr untypisch, weil sich der Gründer Jürgen Firjahn noch stark gegen die dänische Herrschaft gewehrt hatte. Die Firma Christian Firjahn nahm einen Aufschwung und beschäftigte 1958 50 Arbeiter. Die Fabrikation erstreckte sich auf Schuh-Oberleder, Feinleder für Kleidung (Mäntel) und buntes Oberleder. Das Aus für die deutsche Lederindustrie Ende der 60er Jahre führte auch hier 1967 zur Einstellung der Gerberei. 31) Die Räumlichkeiten wurden vermietet an die Niederdeutsche Bühne und an den Lebensmittel-Discounter Rot-Weiß. Fi) 1979 erwarb die Stadt Schleswig das Fabrikgelände in einem Tauschhandel mit dem gegenüberliegenden Rasch-Platz. 32) Ende 1981 wurde die Fabrik abgerissen und Ende 1982 die erste Bauphase des Parkhauses abgeschlossen. Curt Firjahn starb 1983, seine Firma erlosch 2 Jahre später. Angela Firjahn bewohnte noch den südlichen Flügel des Geltinger Hofes bis zu ihrem Ableben im Jahre 2004.

* Abb.11: Curt Firjahn und Angela gesch. Andersch

15.1 Kreditaufnahmen 1842-1873

- Abb.12 *

Die Aufteilung der Kredite für das Jahr 1853 sah beispielsweise so aus: 6 Familienmitglieder bzw. Verwandte machten Einlagen in Gesamthöhe von 58.983 Courant-Mark. 19 weitere Schleswiger Personen gaben Kredite in Gesamthöhe von 53.800 Courant-Mark. Die Sparkasse verlieh 9.600 Courant-Mark. Nur sie erhielt jährliche Tilgungen. Die durchschnittliche Laufzeit der Kredite betrug 6,5 Jahre bei einem Zinssatz von 4 %. Fi)

15.2 Umsätze und Gewinne/Verluste 1867-1918

- Abb.13 *

Die obere Kurve zeigt die Umsätze, die untere die Gewinne. 1907 kam es zu einer deutlichen Optimierung der Betriebsergebnisse, welche durch fallende Umsätze bei steigenden Gewinnen geprägt war. Der Krieg sorgte erst für einen Aufschwung, das Fehlen von Material zu einem massiven Einbruch. Fi)

15.3 Gewinn/Verlust 1867-1935

- Abb.14 *

Die Gewinn-Verlust-Rechnung zeigt ab 1924 fast nur noch Verluste, weshalb Anfang der 30er Jahre ein Vergleich mit den Gläubigern angestrebt wurde und die Firma Gebr. Wiengreen & Firjahn erlosch. Fi)

15.4 "Weihnachtsgeschenke" für die Arbeiter 1891-1906

- Abb.15 *

Das Weihnachtsgeld schwankte zwischen 0,01Mk und 9 Mk, abhängig vom Grundlohn und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Fi)

15.5 Löhne 1877
Christian Firjahn löhnte in diesem Jahr für Kalkarbeiter 0,25 MK pro Tag für Lackirer 0,12 Mk pro Tag für Zurichter 0,17 Mk pro Tag Pro Jahr wurden maximal 315 Tage gearbeitet. FI) Bis zu 12 Stunden tägliche Arbeitszeit mußten Industriearbeiter damals erbringen. Sehr schmutzige Arbeitsbedingungen gehörten dazu, wie sich der Verfasser anhand eines Stummfilms über eine Gerberei im Jahre 1936 überzeugen konnte. Darüberhinaus müssen die Arbeiter furchtbar gestunken haben.

15.6 Betriebskrankenkasse 1884-1926
Von 1884 bis 1926 existierte die Betriebskrankenkasse der Firma Gebr. Wiengreen & Firjahn. 3% vom Arbeitslohn wurde an die Kasse abgeführt (Arbeitgeber und Arbeitnehmer-Anteil). Das Krankentagegeld betrug 50% vom Tagesverdienst, vom 2.Tage der Krankheit an, maximal 26 Wochen lang. 1911 gab es zwischen 181 und 202 Mitglieder. Es wurden 138 Erkrankungen, 1706 Krankheitstage und 3 Sterbefälle gezählt. Die Summe der Einnahmen betrug 9521 Mk. Fi)

15.7 Gewinn/Verlust Firjahn & Co 1935-1945 - Abb.16 *

Hier kann man sehen, daß Krieg schlecht fürs Geschäft ist. Fi)

15.8 Gewerbesteuern Curt "Christian Firjahn"1946-1981

- Abb.17 *

Die Gewerbesteuern von Curt "Christian Firjahn" stiegen 1972 wegen Lagerräumung und Maschinenverkäufen an. 33)

15.9 Allgemeines Geschäftsprinzip der Firjahns
Dr. Firjahn-Andersch erklärte dem Verfasser, wie die Firjahns finanzielle Talsohlen überstanden: In der Hausse wurden Immobilien angeschafft, die in der Baisse wieder verkauft wurden.

16.1 Das soziale und politische Wirken von Jürgen Firjahn 1806-1899
Jürgen Firjahn wirkte in folgenden Organisationen mit:
1835-1856 Verein zur Beförderung bürgerlicher Gewerbe (Ibl 1835 S.586)
1836-1839 Commission für das Schulgehalt (Ibl 1836 S.368)
1846-1863 Ausschuß für die Beschäftigung weiblicher Armen in der Altstadt (Ibl 1846 S.279), Verein zur Beförderung der Wohlfahrt der ärmeren Classen (Ibl 1847 S.183), Armencollegium (S. 359), Armenspeisung, Suppenanstalt (Ibl 1856 S.13-14)
1847 Versammlung deutscher Land- und Forstwirte Fi)
1847 Begründung einer privaten Realschule 34)
1848 Schleswiger Bürgerverein, Ibl 1848 S.96
1858-1868 Schleswig-Klosterkrug-Bahn 35)
1864 "wurde das Bürgermeister Comtoir nach dem Hause des Fabrikanten Firjahn verlegt" (SN 9.10.1864)
1865 resp. 1877 Carstens-Denkmal (SN 21.7.1865, 17.5.1877?)
1868 Geschworener im Mordfall (SN 11.3.1868)
1869 Einweihung Domschule - Comité (SN 9.10.1869)
1870 Komitee für freiwillige Krankenpflege für verwundete Soldaten (SN 19.7.1870)
1874 Germania-Denkmal 36)
1893 Stiftung über 16.000 Mk (SN 14.5.1893?), Abt. 13 Nr. 10 Stadtarchiv
1899 Stiftung über 5000 Mk. für das städtische Krankenhaus Abt. 13 Nr. 133 Stadtarchiv Schleswig

Seine soziale Engagements zeigen, daß er sich sehr wohl seiner Verantwortung für die Bürger seiner Heimatstadt bewußt war und auch danach handelte. Besonders hervorzuheben ist sein Beitrag zur Gründung einer Realschule und zur Anlage der Eisenbahnlinie Schleswig-Klosterkrug, in deren Vorstand er 10 Jahre lang wirkte.
"Im Jahre 1873 kaufte er den Hof Klostersee bei Cismar, welcher durch die Sturmfluth im November 1872 völlig unter Wasser gesetzt wurde. Er ließ die Ländereien trocken legen, baute einen festen Damm und schuf so ein ertragfähiges und blühendes Besitzthum." 37)
Firjahn antwortete auf diese Zeitungsmeldung am 14.10.1882 mit einem Leserbrief: "
"Wer der Einsender ist, der in Ihrem Blatte No. 237 so ausführlich über die Verhältnisse Klostersee berichtet, ist mit unbekannt, ich kann nur konstatiren, daß die angeführten Fakta theilweise unrichtig sind, und daß mich die Veröffentlichung derselben unangenehm berührt hat. J. Firjahn Schleswig, den 13. Oktober 1882"
Warum er gerade den scheinbar ablegenen Hof Klostersee kaufte ist unbekannt, doch konnte er nach der Eröffnung der Bahnlinie Kiel Neustadt im Jahre 1866 mit dem Zug von Schleswig bis Neustadt durchfahren.
Über seine Stiftung berichtete die Zeitung am 14.5.1893:
"In diesen Tagen ist unsere Stadt um eine Stiftung reicher geworden. Geschenkt vom Rentner Firjahn sen. und von den städtischen Kollegien angenommen wurde ein Vermächtnis unter dem Namen "Firjahnsche Stiftung" von 16.000 Mk. aus dem Erlös des Grundstücks für das neue Kreishaus neben der Villa Rumohr hier stammend. Die Stadt verzinst das Kapital mit 3 % pro Anno und zahlt den Betrag zu Weihnachten und zu Pfingsten je zur Hälfte an die Insassen des Grauklosters, des Marienhospitals, des Bardenflethschen Stifts und des Armenhauses zum heiligen Geist aus."
Jürgen Firjahn war auch ein hochpolitischer Mensch. Sein Debüt als Politiker gab er 1838, wie Theo Christiansen schilderte:
"Der Fabrikant Firjahn und der Druckereibesitzer Serringhausen beantragten am 23. August 1838 im Namen von 138 Bürgern beim Polizeimeister die Genehmigung zu einem Hoch mit Fackeln und Musik für einige Abgeordnete der Ständeversammlung, ... [denen ein politisch anstößiges Lied gewidmet sein sollte, was die Regierung natürlich verbot]. Viele Schleswiger illuminierten dennoch ihre Häuser und bevölkerten abends die Straßen in Erwartung nicht eintretender Ereignisse. Auch das Theater griff die Situation, anscheinend allerdings ironisch, auf. Es spielte "Der mißglückte Fackelzug" oder "Die Sache der Krähwinkler", dramatisches Vorspiel einer revolutionären Festlichkeit seit dem 26. August 1838 ohne Genehmigung." Eine Huldigungsadresse an den dänischen König im Jahre 1839 brachte den Schleswiger Polizeimeister in eine schwierige Lage, weil darin politische Forderungen eingebettet waren.
1842 widmeten die Schleswiger Prof. Fack einen Fackelzug, weil er bei der Ständeversammlung den Gebrauch der dänischen Sprache verboten hatte. Auf dem Rathausmarkt wurden die Fackeln zusammengeworfen und dabei von Firjahn ein Hoch auf Christian VIII., den Herzog Schleswig-Holsteins ausgebracht. Den dänischen König nur als Schleswig-Holsteinischen Herzog hochleben zu lassen, war schon eine listige Provokation.
1843 war Firjahn an einer "Petition gegen die Etablirung von Filialen der dänischen Nationalbank in den Herzogthümern" beteiligt und ein Jahr später suchte er Interessenten für eine noch zu gründende schleswig-holsteinische Landesbank. Hintergrund dieser Initiative waren die schlechten Erfahrungen, die man 1812/13 mit dänischer Fiskalpolitik gemacht hatte: Kurz vor dem Konkurs des dänischen Reiches wurde die Altonaer Speciesbank geplündert und das Silbergeld nach Rendsburg geschafft. 38)
1839 wurde Firjahn Gründungsmitglied des "Schleswiger Gesangvereins von 1839", der 1844 das Schleswig-Holstein-Lied von Chemnitz-Bellmann vorstellte. 39)
Zu dieser Zeit war er befreundet mit Persönlichkeiten wie Justizrat Carl Ferdinand Hancke, Chemnitz Bellmann und Professor Dr. Peter Willer Jessen, dem ersten Arzt der Heilanstalt Stadtfeld. 40)
Nach der Veröffentlichung des "Offenen Briefes" vom 8. Juli 1846 des dänischen Königs, in dem die weibliche Erbfolge der Herzogthümer verkündet wurde, lud u.a. auch Firjahn zu einer Massenversammlung in Nortorf am 14. September auf, um gegen diesen Rechtsbruch öffentlich Protest zu erheben. 41)
1848 rief er im Intelligenzblatt für eine Sammlung zugunsten der deutschen Flotte auf (Ibl 1848 S.185). Gleichzeitig wurden er und Senator Wieck zur Requirierung von Waffen nach Rendsburg geschickt. 42) Bei der Wahl von 2 Abgeordneten zur const. Landesversammlung erhielten Steindorff 495, Boysen 435 und Firjahn 4 Stimmen (Ibl 1848 S.224)
Nach der Niederlage bei Idstedt 1850 verbarg sich Firjahn bei der dänischen Besetzung trotz einer schweren Lungenentzündung im Keller. Anschließend musste er fast ein Jahr ausser Landes leben. Das Exil nutzte er zu einer Besichtigungsreise von Industrieanlagen und technischen Neuerungen. Es war seine "zweite Wanderzeit".
Die Reise begann am 20.11.1850 um 7 1/2 Uhr von Hamburg nach Berlin mit dem Zug, der dorthin 8 1/2 Stunden brauchte. Die weiteren Stationen waren Rommelsburg , Brandenburg, Magdeburg, Halle, Naumburg, Mühlhausen, Langensalze, Eschewege, Cassel, Frankfurt, Giessen, Overrad, Offenburg, Frankfurt, Bergheim, Worms, Straßburg, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Mainz, Koblenz, Barscheid, Cöln, Sternheim, Rotterdam, Amsterdam, Haag und Antwerpen. Am Dienstag, den 17.12.1850 langte er in Paris an. Fi)

* Abb.18: Fabrik und Geltinger Hof auf Kaffeetasse - 19.Jahrh., der Blick geht nach Westen.

Am 8. September 1851 durfte er nach Schleswig zurückkehren. Die Amnestie des dänischen Königs war aber an die Bedingung geknüpft, sich jeden Morgen auf dem Polizeibureau zu melden. Es müssen regelrechte Prozessionen von Schleswiger Bürgern zum Polizeiamt stattgefunden haben. Allmählich schlief das Verfahren ein, und am 29.März 1852 wurde es durch ein Patent abgeschlossen. 43)
Der Däne Jörgensen wurde 1856 Schleswiger Bürgermeister, war aber von den deutschgesinnten Bürgern völlig isoliert. Um diese Isolation zu durchbrechen, nahm er Firjahn wieder in das Deputiertenkolleg auf. 1861 stellte er Listen von Schleswiger Bürgern auf, die er in dänisch- und deutschgesinnte aufteilte. Dagegen wehrten sich einige Schleswiger, was unter dem Titel "Die Injurienprocesse des vormaligen Obersachwalters Hancke und des Lederfabrikanten Firjahn in Schleswig wider den Bürgermeister und Polizeimeister August Jörgensen" 1862 in Hamburg" veröffentlicht wurde.

16.2 Der abgelehnte "Rote Adler-Orden"
Wer nun glaubte, daß Firjahn nach ihrem Sieg über Dänemark die Preußen mit offenen Armen begrüßen würde, sah sich gründlich getäuscht.
2.2.1866 Altonaer Merkur
Schleswig, 29.Januar (A.N.) Nach heute stattgehabter Sitzung der städtischen Collegien wird folgender authentischer Vorfall erzählt. Wie bereits durch die Zeitungen bekannt, wurde dem Herrn Fabrikanten und Bürgerworthalter Firjahn der preußische Adler-Orden 4.Classe verliehen. Herr Firjahn lehnte die Annahme ab, wurde darauf zu dem Gouverneur beschieden und bat sich nach längerer Debatte über diesen Gegenstand eine dreitägigen Bedenkzeit aus. Nach Ablauf dieser Zeit machte er dann die schriftliche Mittheilung, daß er seinen republikanischen Vorsätzen nach den Orden nicht annehmen könne.
Der Herr Gouverneur hat darauf ein Schreiben an den Magistrat erlassen, worin er es als unstatthaft erklärt, daß ein Mann mit republikanischen Grundsätzen länger Mitglied der städtischen Collegien sein können und diesem aufgegeben, Herrn Firjahn zu veranlassen, um seine Entlassung einzukommen, welches denn auch von demselben geschehen ist.

Am 20. Februar 1866 bekam Firjahn in dieser Sache Zuspruch : I.
"An den Herrn Fabrikanten Firjahn in Schleswig. Geehrter Herr! Es wird Sie nicht überraschen können, daß unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen, da mancher hochgestellte Mann und je höher desto mehr auf Kosten der Ehre vermeintlich zwingenden Verhältnissen sich fügt, die Ursache Ihrer Entlassung aus dem Stadtverordneten-Collegium zu hoher Ehre angerechnet wird. Diese auch von uns getheilte Ansicht und Empfindung Ihnen auszusprechen, haben wir als ehrliche Schleswig-Holsteiner, denen die Selbständigkeit ihres Vaterlandes unter seinem deutschen Fürsten Friedrich dem VIII., ein höchstes irdisches Interesse ist, uns gestatten zu wollen. Genehmigen Sie die Versicherung unserer Hochachtung.
Segeberg, den 6. Februar 1866.
Stemann, Bürgerworthalter, Möller, Stellvertreter, Voß, H.Theege,
Chr.Rehger, Wichmann, H.Reher, Deputirte." Fi)

Firjahn reagierte darauf aber ganz anders als erwartet, denn er fühlte als ein deutscher Republikaner und nicht als Monarchist. II.
"An die Herren Bürgerworthalter Stemann, Stellvertreter Möller, Deputirten Voß, Theege, Chr.Reher, Wichmann und H.Reher in Segeberg. Für das Interesse, welches Sie, geehrte Herrn, meinen Handlungen widmen, fühle ich mich Ihnen zum herzlichsten Danke verpflichtet; ich muß indeß aus Ihren Aeußerungen schließen, daß, wenn Sie meine politischen Anschauungen, die ich über die Wohlfahrt unseres Landes hege, genau gekannt hätten, Sie mir Ihren Beifall nicht in dem Maße gezollt haben würden, wie solches von Ihnen geschehen ist. Als ehrlicher Mann darf ich ihnen daher meine Ansichten nicht verhehlen: "Ich halte den engsten Anschluß an Preußen im Interesse unseres Landes geboten. Ich erkennen in einem solchen Anschlusse, das praktische Mitte die deutsche Einheit und Einigkeit fördern zu helfen; ich wünsche daher, daß unser Volk durch aufopfernden Patriotismus für andere Staaten ein Beispiel gebe, sich innig mit Preußen verbinde und Freud´ und Leid, mit dem preußischen Volke theile! Genehmigen Sie, geehrte Herren, die Versicherung meiner innigen Hochachtung und glauben Sie mir, daß mein Herz nicht weniger warm für die Wohlfahrt unseres Vaterlandes schlägt, wie das ihrige, wenn wir dieselbe auch auf verschiedenen Wegen suchen.
Schleswig, den 10. Februar 1866
Ihr ganz ergebener J.Firjahn." Fi)

Diese Angelegenheit schlug sogar Wellen bis nach Amerika:
Grand Rapids, St Michigan
U St of America
März 10/66
Herrn Firjahn Schleswig
Wir unterzeichnete Christliche Schleswiger haben durch das New Yorker Belletrisch : Journal laut einliegenden Ausschnitt, die erfreuliche Kunde von Ihrem eben so edlen, wie wehrhaft mannhaften, patriotischen echten vaterländischen Schl Holst Gesinnung gehabt. Wir theilen dieselbe Ansichte mit Ihnen und preisen unsern Schöpfer, daß wenn auch wir einzelt, sich das zur guten Kunde mal ein Mann sich zeigt, der die bis bismarckischen Lockspeise, rohe rothe Adler, als Köder von sich weist. Fahren Sie fort, edler Mann, bleiben Sie Ihren Grundsätzen getreu auf, daß Ihr Patriotismus allen wahren Schl Holst als Vorbild u zur Nachahmung diene. bis ein schönrer Morgen tagt.
Hochachtungsvoll
P.W.Jensen Kaufleute
E.C.Klüver in hies:
Chr.C.Petersen Stadt Fi)

Der Verfasser meint, daß der wahre Grund für die Ablehnung des Ordens ein anderer war. 44) Die 4. Classe war der niedrigste Orden, den die Preußen zuhauf verteilten. Somit ist nicht auszuschließen, daß Firjahn diesen Orden als seiner Person nicht angemessen ablehnte. Die daraus resultierende Resonanz war hingegen viel attraktiver für ihn.
1867 wurde Firjahn in das Localwahl-Komittee und 1869 wieder zum Stadtverordneten gewählt. 1873 unterstützte er einen Wahlaufruf für Dr.Wallichs, der sich national und freiheitlich und gegen Socialdemokraten aussprach. 45) Jürgen Firjahn starb am 24.7.1899. Ihm zu Ehren spendete seine Kinder dem Dom einen neuen Gemeindealtar.

17. Arbeiter - Jubiläen 46)
Über die Arbeiter der Firma konnte man in der Zeitung lesen, wenn sie ein Jubiläum feierten, sei es in der Firma oder in der Ehe:
1876 Hausdiener Johann Schausburg 25 Jahre
1883 Lohgerbermeisters Carl Morwitzer 50 Jahre
1901 Arbeiter Klappholz in Kalkwerkstätte, Goldene Hochzeit
1902 Pförtner Peter Dormund, 40 Jahre, große Feier in der Firma
1908 Arbeiter Johann Graumann, 40 Jahre
1909 Werkführer Querengässer, Silberne Hochzeit
1912 Arbeiter Johann Langholz, 25 Jahre
1916 Arbeiter Peter Obermüller, 50 Jahre
1919 Arbeiter Wiem, Goldene Hochzeit
1921 Prokurist Theodor Blunck, gestorben
1922 Kassierer Christian Johnck, Silberne Hochzeit
1927 Heizer Langholz, 40 Jahre
1927 Bote Glüsing, 25 Jahre
1944 Arbeiter Peter Petersen, Goldene Hochzeit
1954 Heinrich Nickels, 50 Jahre bei Firjahn, Bundesverdienstkreuz

18. Industrie-Spionage
Es gab mehrere Wege, um zu lernen, wie das Leder veredelt werden könnte. Die Wanderjahre und eigene Versuche gehörten dazu. Aber auch die geheime Beschaffung von Informationen zur Herstellung von Lackleder wurde von Firjahn betrieben, wie die Briefe eines Rich. Unger aus Poessneck im Jahre 1893 beweisen:
"Ich habe Ihr sehr gehrtes Schreiben vom 19. d. Mts. empfangen u. dasselbe mit vielem Interesse gelesen. Ich habe daraus ersehen dass Sie den Wunsch hegen, meine Erfahrungen u. Kenntnisse in der Lacklederfabrikation für sich sich zu gewinnen ...
Gleichzeitig möchte ich Sie bitte welchen Weg Sie zur Unterhandlung wünschen, den schriftlichen Weg halte ich für ungenigend, vielmehr eine mündliche Aussprache im Interesse beider Seiten liegend, doch ist es mir unmöglich mehrere Tage von meinen Posten fern zu bleiben um eine Reise nach dort zu machen. Ich könnte nur einen Sonntag zu einem Abstecher vielleicht nach Gera, Halle oder Leipzig benützen, oder müßte Weihnachten zur Reise nach dort bestimmen, und gebe ich Ihnen ganz anheim ob Sie sich der Mühe unterziehen wollen meine Reise nach einem der genannten Plätzen zwecks einer Zusammenkunft mit mir zu unternehmen, oder wünschen Sie dazu mich nach Schleswig ich bin auch bereit dazu und sehe Ihrer gefälligen Rückäusserung hierüber mit Vergnügen entgegen ...
Vor allem möchte ich, Ihnen dringend bitten ja recht vorsichtig gegen Ihren Lackirmeister betreff der neuen Methode zu sein, auch betreff meiner Person ist schweigen zu empfehlen, da ich schon so etwas ein Verdacht stand in Schleswig gewesen zu sein, aber es scheint wieder ein Geleis zu sein u. hat niemand eine Ahnung das ich in Schl. gewesen bin ...
Auch betreff Ihres guten Vorschlags bin ich ganz Ihrer Ansicht, das eine Bargeldsendung damit einverstanden unter Packet mit Werthangabe unter meiner Adr. R. Unger Postlagernd Pössneck den Betrag zu senden. Lege Ihnen heute desshalb den Wechsel bei u. wollen Sie meinen Schwager als Absender angeben... "Fi)

19. Die andere Schleswiger Lederfabrik "Knecht & Wördemann"

* Abb.19. Wilhelm Knecht 1953

Christian Wiengreen schied in den 1860er Jahren aus der Fa. "Gebr. Wiengreen & Firjahn" aus und betrieb eine eigene Gerberei, die sein 1836 geborener Sohn Bernhard fortführte. Dessen Frau erlitt acht Fehlgeburten und starb 1864. 47) Er folgte ihr vier Jahre später, was seine Eltern sehr bedauerten, weil er die "Stütze ihres Alters" war. 48) 1874 kaufte Otto Jacobsen die Lederfabrik und Lohgerberei der Wwe. Wiengreen. Sie firmierte jetzt unter dem Namen Wiengreen & Co. im Stadtweg 24. 49) 1888 mußte sie Konkurs anmelden. 50) Zwei Jahre später übernahm der verwandte Lederfabrikant Adolf Jacobsen aus Berlin den Betrieb. Er errichtete 1898 eine neue Fabrik auf "klösterlichem Gebiet", 51) legte einen Gleisanschluß an die Schleswig-Angler-Bahn und erbohrte einen 268 Fuß tiefen Brunnen. Kurz nach der Fertigstellung 1899 meldete Adolf Jacobsen Insolvenz an. Er war Reichstagsabgeordneter und mußte nun hinnehmen, daß seine "Freisinnige Volkspartei" ihm wegen des Konkurses das Mandat entziehen wollte, was er aber abwenden konnte. 52) Die Firma ging dann erst in die Hände von "Schlesinger und Dankt" und gleich darauf an "Knecht & Wördemann" aus Elmshorn. 53) Ihre Gerberei verursachte auch große Umweltprobleme. Denn 1900 klagten die Holmer Fischer über einen stinkenden Graben am Holmer Noor und 1905 über großes Fischesterben ebenda. 1906 erstellte Prof. Schiemenz vom Institut für Binnenschifferei in Friedenshagen ein biologisches Gutachten über diesen Fall. Der Schleswiger Bürgermeister Julius Heiberg schlug sich jedoch in einem Brief an den Regierungspräsidenten auf die Seite der Fabrik: "Der Betrieb der Fabrik ist aber für viele hundert Personen (150) Arbeiter eine Lebensfrage und für die Stadt Schleswig wichtiger als die Beschwerden der Fischer". Es kam dann doch zu einem Einlenken von "Knecht & Wördemann", die 1910 an die Fischerzunft 3300 Mk zahlten und eine Kläranlage bauten. 54) Die Firma gedieh, endete aber 1956 im Konkurs. 55)

Fabrikgebäude von Knecht & Wördemann

20. Die Fabrikanten-Frauen
In der Kaiserzeit engagierten sich die Ehefrauen der Firjahns neben ihren familiären Aufgaben im Vaterländischen Frauenverein, wo sie Spenden sammelten. Aus unserer heutigen Sicht wirkt es befremdlich, daß der Fabrikant Firjahn 1913 als Schatzmeister des Vaterländischen Frauenvereins fungierte.
1914 lud die aus Argentinien stammende Hilda Firjahn geb. Tietjen 98 Schleswiger und Schleswiger-Holsteiner Damen aus der Oberschicht zum "Befreiungskaffee" in den Geltinger Hof ein. Es wurden patriotische Reden gehalten und Grußtelegramme ins ganze Reich versandt. Nach dem 1. Weltkrieg engagierte sich Hilda auch in der Verwaltung der Firma. Nach dem 2. Weltkrieg stand Angela Firjahn geb. Pietsch ihrem Mann Curt tatkräftig zur Seite. 56)

21.1 männlicher Stammbaum der Familie Firjahn
Die Vornamen der verschiedenen Firmeninhaber ähnelten sich sehr, z.B. gab es zwei Christian Firjahn, die darüberhinaus auch noch den selben Kosenamen "Christel" trugen und zwei Jürgen Friedrich Firjahn. Zur besseren Unterscheidung bezeichnet der Verfasser sie möglichst nur mit einem ihrer Vornamen. Unterstrichene Namen bezeichnen Firmeninhaber. Die Namen unter den Jahreszahlen sind die Ehepartner.

21.2 Jacob Firjahn (1771-1844)
wurde in den "Erinnerungen" von Nikolaus Schnittger so beschrieben: "Hung´n denn toletzt de Swien sauber un rein an de Haken, denn keem dat ganze Hus, se to besehn. "Hem ji all herum schickt nah Meister Firjahn?" - Ne." - "Na, denn makt to un lat em halen." Meister Firjahn keem. He weer fröher Slachter wesen un goll wat in min Onkel sin Hus. He weer en ohl lütt fründliche Mann, ümmer in en manschestern Kneehos mit sülwern Snall´n. Meister Firjahn besseg nu de Swien, beföhl se un geef denn de Utslag. Nu ging´n allemann herin na´t Hus. Dar weer denn opdeckt mit frische Stuten, Botter, Beer un Köm, un jeder en let sik´t denn gut schmecken."

* Abb.20: Jakob Firjahn

21.3 Amalie Firjahn verw. Groth (1836-1924)
war die Tochter von Jürgen Firjahn. Sie heiratete den späteren Pastor von Oeversee. Nach dessen Tod zog sie mit ihren Kindern nach Schleswig. Sie war wohl die treibende Kraft, anläßlich des Todes ihres Vaters zusammen mit ihrem Bruder Christian dem Schleswiger Dom 1899 einen Altar zu spenden, der 1900 eingeweiht wurde. Inklusive Leuchter und Antipendien kostete er 5500 Goldmark. 1977 brach er von Holzwürmern zerfressen zusammen. 57)

* Abb.21: Der Firjahn´sche Gemeindealtar im Schleswiger Dom

21.4 Christian Firjahn (1842-1930) und Ragnheidur geb. Siemsen (1852-1895)
"Ein grosses Ereignis unserer jüngsten Kinderheit war die Hochzeit von Onkel Christel. Der Polterabend war der Erste den ich mitmachte. Ich hatte ein ziemlich langes Gedicht aufzusagen. Wer es gemacht kann ich nicht mehr sagen aber es hat sich auf einige Vorkommnisse während und vor der Verlobung bezogen. Ob in dem oder einem Andern eine Ausfahrt nach Missunde beschrieben, ist mir nicht ganz deutlich. Ich weiss aber, dass es dort in Missunde sehr lustig hergegangen. Tante Ranka ihr Verlobter der sich auf eine Schiebkarre gesetzt herumgefahren und zum Schluss mit dem nöthigen Schwung die Karre zum Gaudium der Familie umgestürzt. Das Brautpaar sass auf dem Sofa, der grosse Sofatisch stand auf dem Flur, so war Platz für viele Menschen auf den beiden grossen Stuben. Das Hochzeitsessen war bei Ravens. Wir Kinder durften um Nachtisch hinübergehen, wie dann wieder an meiner Hochzeit die Firjahnschen Kinder zum Nachtisch, Eis herüberkamen. Onkel Christel und Tante Ranka machten dann ihre Hochzeitsreise nach Island. Sie kamen mit gleichem Schiff an wie ihre Verlobungsanzeigen, denn damals ging im Winter noch kein Schiff nach England. Eine grosse Reise hatte Onkel aber schon, vorm Krieg 70-71 noch mit seinem Vater gemacht und zwar waren sie zur Einweihung des Suezcanals gewesen. [1862] Grossvater erzählte gern davon. Alle Reisenden waren Gäste des Sultans, von Ägypten. Imponierend ist die Durchfahrt des ersten Schiffes gewesen mit der Kaiserin Eugenie von Frankreich an Bord. Während nun das Paar auf der Hochzeitsreise, hat Mutter zumeist die Aussteuer für das Paar besorgt und ihnen die Wohnung, jetzt Lutzhöft im Hinlesschen Haus eingerichtet." 58)

21.5 Heinrich Firjahn (1831-1856)
"Ein bischen zu früh ist dann der älteste Sohn Jakob [Heinrich] erschienen. Wie es früher oft Sitte war ... Später nach Süd-Amerika gegangen, durch Unglücksfall, auf einem Aussichtspunkt [Montevideo] an ein eisen Gatter stehend, mit demselben in die Tiefe gestürzt und tot." Fi)

* Abb.22: Adolf Firjahn

21.6 Adolf Firjahn (1883-1928)
1914 las man in der Zeitung: "Zur freudigen Überraschung seiner Angehörigen ist dieser Tage Herr Adolf Firjahn glücklich aus Argentinien, wo er beim Kriegsausbruch weilte, trotz der englischen Sperre nach seiner Heimatstadt heimgekehrt. Wie wir hören, hat Herr Firjahn in Uruguay das Glück gehabt, von einem Eingeborenen die nötigen Auslandspapiere auf seinen Namen zu erhalten und er ist dann auf einem holländischen Passagierdampfer nach Holland abgereist. Die Fahrt des Dampfers erfolgte unter wiederholter Kontrolle englischer Kreuzer und eines englischen Hilfskreuzers, die wiederholt den Passagierdampfer untersuchten, aber nichts Verdächtiges fanden. An der Themsemündung wurde dem Dampfer freie Fahrt nach Holland gegeben. Diese Fahrt von der Themsemündung nach Holland hinüber zeigte sich wiederholt gefährlich, da Minen dem Schiffe oft sehr nahe kamen. Nach 31 Tagen, also nur um 2 Tage etwa durch die Kontrolle der englischen Kreuzer aufgehalten, gelangte der Dampfer in Amsterdam an. Bis dahin hatte Herr Firjahn, wie wir hören, mit großer Selbstbeherrschung die Rolle eines Argentiniers auf dem Schiffe gespielt, kein Wort Deutsch gesprochen und den übrigen Passagieren gegenüber, deren Zahl etwa 70 betrug, sich sehr vorsichtig benommen. Nach dem Verlassen des Schiffes konnte dann die Maske fallen, und es stellte sich dabei in A. auch heraus, daß ein als Russe reisender Herr, der übrigens auch in Rußland geboren war, in Wirklichkeit ein deutscher Offizier war, der hier seinem Vaterlande im Felde dienen wollte. Zu diesem Zweck ist ja auch Herr Adolf Firjahn in die Heimat zurückgekehrt, der früher in Bayern bei den leichten Reitern gedient hat und nunmehr beim Schleswiger Husarenregiment sich zum Dienst fürs Vaterland gemeldet hat." Sein Familienname war "Onkel Ado". Er schien ein Spaßmacher gewesen zu sein, wie Familienbilder beweisen. Seine Ehe mit Martha Schulze blieb kinderlos. 59)

21.7 Sigrid Firjahn (1876-1959) und Propst Sieveking (1868-1934)
Georg Heinrich Sieveking war Schleswiger Dompastor seit 1895. Er heiratete Sigrid Firjahn. 1911 bekleidete er die Propstenstelle in Husum und später in Altona. Unter den Nationalsozialisten hatte er zu leiden und starb 1934. Der Kirchenkreis Altona entschuldigte sich bei ihm posthum im Jahre 2002:
"Die Synode bringt ihr Bedauern zum Ausdruck, dass die bereits 1933 und 1934 entlassenen Pastoren ­ Propst Sieveking, Pastor Asmussen und Pastor Knuth ­ nach 1945 in Altona nicht rehabilitiert worden sind bzw. dass ihnen oder ihren Angehörigen kein Wort des Bedauerns über das erlittene Unrecht von kirchlicher Seite gesagt wurde." 60)

* Abb.23: Pastor Sieveking 1896

21.8 Die Familien Andersch, Hasenmeyer, Meyen und Geissendörfer
Die männliche Linie der Firjahns erlosch mit dem kinderlosen Curt Firjahn 1983. Der Name Firjahn lebt aber noch weiter in dem adoptierten Arzt Dr. Hanno-Firjahn-Andersch, seiner Frau Dr. med. Sigrid Firjahn-Andersch, ihrem Sohn, dem Physiker Dr. Arne Firjan-Andersch und ihrer Tochter Anke Firjahn-Andersch.
Die Schwestern von Curt Firjahn verheirateten sich:
Zinha II. (1918-1998) vermählte sich mit dem Kaufmann Emil Hasenmeyer, über den im Kapitel "Firjahn & Co. ab 1936" berichtet wurde.
Cäthe (1911-1976) ehelichte den Gewerbeoberrat Heinz Meyen, der hier besonders als Segler auffiel.
Ranka (1909-1981) traute sich mit dem späteren Professor für Medizin Rudolph Geissendörfer. So wie es sich heute darstellt, werden sich die Firjahns wohl auch in den weiblichen Linien nicht mehr fortpflanzen.

* Abb.24: Ehepaar Firjahn-Andersch

22. Das Privathaus der Firjahns, der "Schwarze Weg" und eine Quelle.
Das Privathaus der Firjahns war der Geltinger Hof im Stadtweg 21. Die erste urkundliche Nachricht über diesen Herrensitz stammt aus dem Jahre 1575, in dem Herzog Adolf den Hof Valentin Kruckow überließ. Zu diesem Anwesen gehörte ungefähr das Land zwischen Stadtweg, Plessen-, Königs- und Poststraße. 61) 1834 kam der Geltinger Hof in 13 Parzellen zur Versteigerung.

*Abb.25: Karte vom Geltinger-Hof 1832, in der Mitte verläuft der "Schwarze Weg".

Eine Spätfolge davon war ein Rechtsstreit in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Grundstücke grenzten nämlich an einen Communicationsweg - den Schwarzen Weg - der nicht mit versteigert worden war. Die Anlieger hatten nur Nutzungsrechte, aber kein Eigentum daran, und niemand wußte, wem der Weg eigentlich gehörte. Ende der 50er Jahre ging er in den Besitz der Stadt über, die ihn dann ausbaute. 62) 1840 erwarben die Firjahns und Wiengreens den südlichen Teil des Geltinger Hofes, 1880 auch den nördlichen Teil davon. Fi) 1935 eröffnete Bernd Forck - ehemaliger Verkaufsleiter von Firjahn - im nördlichen Teil ein Schuhgeschäft und installierte Schaufenster. Nach dem Tode von Curt Firjahn erwarb Gerd Forck 1984 den Geltinger Hof. 63)
Seit 1609 führte über den Hof eine ergiebige Wasserleitung (sechs Liter pro Minute), die auch Ravens Hotel im Stadtweg 19 und den Bischofshof in der Norderdomstr. 15 versorgte. Ihre Quelle lag rechts neben dem Haus Stadtweg 52. Von dort verliefen die Pipenrohre nach Osten und unterquerten die Straße in Höhe der Hausnummer 29 zum Firjahnschen Grundstück. 64)

* Abb.26: Capitolsplatz um 1900

23. Brief des Hausdiener Schausburg
an seinen Herrn "Christel" Firjahn 1871 an die Front und dessen Heimkehr Fi)
Ein schönes zeitgeschichtliches Dokument ist der Brief des 41jährigen Hausdieners Schausburg an seinen 28jährigen Herrn Christian Firjahn, dem er nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich an die Front schreibt. Johann Schausburg wurde 1830 in Schleswig als Sohn eines Schneidermeisters geboren.

Lieber Christel Schleswig, den 11 ten März
Du mußt entschuldigen, daß Du so lange keinen Brief
von mir erhalten hast den in dein letzten Brief
den du an mine schriebst schriebs du das Weitere
Mündlich so dachte ich du würdes Balt kommen
so wie hier auch die Rede geht werdet ihr auch
balt kommen den die Schleswiger Damen und
Herrn sind fast jeden Abend in der Domkirche
und üben sich zu dem Empfang ich wolte die
Kunde wär erst da ich sehne mich sehr nach nach dier
Lieber Christel ich sage dir auch meinen
innigsten Dank für die beiden Patres [Portraits]
die du mir geschickt hast, ich habe sie schon
in meiner Stube aufgehängt.
Lieber Christel Emma sagte zu mier du hättes
geschrieben ich möchte dier mahl benachrichtigen
wie es mit deinen garten aus sehe
der Garten ist so wait in Ordnung aber
es will nicht vorwärts den es friert hier
fürchterlich kalt den es friert auch immer
des Nachts die Rosen [unleserlich] sie wier umgegraben
und wieder frisch besäht ich weiß garnicht
was wier mit den Saum machen die Katze
sind gans entschwei sol den Tischler
da welge Brätter vornageln den dan
hunde laufen da immer dich
ich wolte derwohl was zur anageln
Aber ich hab man kein Gelt dazu
den ich hab immer Viel zu ga [unleserlich]

Sontag habe ich die Bänke und Tische im garten ausgesetz
hier in Schleswig und die Umgegend sind schon viele Friedens Eichen
gesetzt. Zwischen Sontag werden sie
in den Hünerheuser auf Bellevue und hadebye
geflanzt. Dein Vater hat auch ein von die
alten Eichen die da hinter den Schupen stehen
Er hat ihn oben bei die Gartenpforde
hin geflanzt unsre friedens Eiche die soll
erst geflanzt werden wenn das Monument
auf den großen Marktplatz gesetzt ist
den will die Stadt da Ein bei setzten Latten
General von Manstein will die Stadt Schleswig
die Namen zum Andenken schenken
welche ihr bei Altmans errobert habt
und das soll noch fertig gemacht bis das
ihr Einrücken hier in Schleswig ist eine
große Verlosung gewesen desen
Ertrag für die Infalieden bestimmt ist
die Verlosung bestand aus lauter Gegenständen
welche von den Damen aus beiden Herzogthümer
Schleswig u Holstein geschenkt sind sie haben
hundert tausend Lose gehabt.
Es wirt hier auch ein allgemeines
Bradkorbs [Brandkorps] errichtet ein jeder ist fleißig
Von 18 bis 45 Jahr zu dienen ich mus
nun noch 5 Jahr zu dienen. Reimers ist auch
angesag ich werde warscheinlig bei die
Brandkorbs kommen den die Alte
Manschaft die schon lange die haben
solle bei die Wache - [unleserlich]

Montag Morgen ertönten um 6 Uhr Morgens
die feuer glocken Es brante auf Bellevüe
Es wurde Aber Balt gelöscht
Wegen das entstanden ist weis keinen
Es hat Oben aufdem Laden gebrand
diesen Sommer erhalten Wier hier viel
Vergnügungen 1tens erhalte ich nun
Balt Meine Beliebung dan wirt hier
groses Thierschau dan komt das Alt
Väter Vogelschisen auf der Freiheit
und ihr werdet hoffendlich balt einrücken
Wier können hier in Schleswig nimer
verderben wen wier blos tüchtig
geld hetten. Noch eins will dier benach-
richtigen dein Bunkör [Boncoeur = Christels Hund] ist jeeden Mittag
bei mir zu Hause zu Tafell wen ich ihn
auch hinten ihm Lager einspärr
So macht solange Specktackel bis sie
ihn auslassen den kommt er mier
Nach lauffen ich habe richtig mein Spas
An ihm Er hat schon 2 mahl dies Jahr
Mitt Reimes und mer eine Tuhr gemacht
Ein mahl nach den Königshügel und einmahl
Nach Idstedt Weiter Lieber Christel weis
ich dier nichts Neues mit zutheilen
Jetzt mus ich schließen den ich werde
hungrich die Uhr ist Acht
Ich hoffe - das Übrige Mündlich mit
dier zu sprächen.

Nicht zu vergessen vielmahl zu grüsen
von Georg Matthiesen sein Hans Er ist hier
bei deine Eltern gewesen und hat Adyö gesagt
Er ist lange im Lazaret im Rendsburg gewesen
und soll nu wieder herauf nach frankruig
Auch soll ich dier noch von Martha benachrichtigen
das die Alte Demoiselle Petersen den 10ten May
ihr 50 sigjähriges Jubeleum als Lehrerin
gefeiert hat deine Schwester Mathilde hat
ihr ein Martzepan und ihr Portrait geschenkt
Viemahl zu grüsen von Vatter u Mutter
H Reimers Emma Tiene meiner Schwester
G Mathisen H Gottberg und sempligen
Arbeiter und ich schicke dier ein Paket Blumen
aus deinem Garten
Hoffentlich in dem ich dich bitte Alte Bekante
Vielmahl zu grüsen mit härtzligen grus
dein J. Schausburg

Über Christian Firjahns Ankunft in Schleswig am 22.6.1871 berichtet seine Nichte Margaretha Harmsen geb. Groth weiter: Fi)
"Der Eingang der Truppen wurde am Nachmittag erwartet. Grossvater hatte einen Wagen genommen und fuhren die Grosseltern, Mutter und ich zur Bahn. In der Bahnhofstr. kaum ein Haus, statt des Regierungsgebäudes noch der alte Güterbahnhof und das Wasser, ich erinnere nicht ob er Mühlenteich hiess, wo jetzt die Anlagen vom Herrenstall sind. Also ich seh heut deutlich die mit grün geschmückte Lokomotive herankommen. Dann Onkel Christel aus dem Wagen springen, seine Eltern umarmen, und zu seinen Soldaten gehn, war er doch als Unteroffizier zurückgekommen. Wir fahren nun schnell in die Stadt, zurück, um den Einmarsch zu erwarten. Ich durfte mit den Töchtern "Graul", die im Vorderhaus wohnten, den Soldaten Blumenbouquets zuwerfen. Bei dem Vorbeimarsch der Soldaten geriet der Hausdiener Johann Schausburg, er war schon lange in seiner Stellung, in grosse Aufregung, denn er hatte, Christel nicht gesehen. Für den alten Johann ist Onkel Christel nie "Herr" geworden, sondern "Christel" geblieben. Die Soldaten marschierten durch die festlich geschmückten Strassen nun bis zum grossen Markt, jetzt Rathausmarkt angelöst wurden. Inzwischen hatten sich die Arbeiter der Fabrik Spalier bilden von der Haustür bis zur Strasse aufgestellt und Onkel gab ankommend wohl einzelnen die Hand. Was nun weiter geschah, weiss ich nicht, da hält die Erinnerung auf und es wird für mich unwichtig gewesen sein. Aber nein, es gehört noch etwas für mich Wichtiges dazu. Onkel Christel hatte seine Kriegsmütze verloren. Ich war so glücklich sie zu finden. Dafür hob Onkel mich hoch in die Luft und gab mir einen Kuss. So etwas ist dann nach meiner Erinnerung, nie wieder passiert, es ist aber doch wohl sehr schön gewesen."

Die Schleswiger Nachrichten führten dazu aus:
"Im Stadtweg verdient die Ehrenpforte, die Herrn Firjahns Arbeiter dem sich im Kriege ausgezeichnet habenden heimkehrenden Brodherrn aus eigenem Antriebe und mit eignenen Händen geschmackvoll aufgerichtetet hatten, als ein Zeichen, daß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein inniges Verhältnis stattfindet, besonders hervorgehoben zu werden." 65)
Christian Firjahn und der Besitzer der Exportschlachterei Peter Rasch waren 1914 die Hauptsponsoren für das Befreiungsdenkmal an der Ecke Lollfuß / Flensburger Straße. 66)

* Abb.27: Geburtstagsfeier von Jürgen Firjahn 1896
o.v.l.n.r.: Herr Jürgensen - Dore Winkler - Mathilde Firjahn - Friedrich Firjahn (Hbg.) - Gretgen Völkers - Rob. Völkers - Grete Harmsen - Ed. Harmsen - Sigrid Sieveking - Georg Sieveking - Frau Jürgensen - Rud. Cornils - Frl. Kersten - Hedwig und Zinha Wiengreen M.v.l.n.r.: Grete Firjahn - 2 Unbekannte - Grossvater Firjahn - Anna Firjahn (Hbg.) - Urgrosspapa - Tante [Amalie Groth?] (geb. Firjahn) - Emma Cornils - wo ist Hans? - Johann Wiengreen u.v.l.n.r.: Albert Winkler - Kl. Grete Harmsen - Albert Harmsen - Zinha Firjahn - J.F.Harmsen Außer Kersten und Jürgensen sind nur Verwandte abgebildet.

26. Bilder-Nachweis
01-Briefkopf 1930 : Gemeinschaftsarchiv Schleswig Abt. 15 Nr.584
02-Jürgen Firjahn und Marg. Maria geb. Matthiessen : FI
03-Kälkerei : FI
04-Dampfmaschine : FI
05-Lackieren : FI
06-Trocknen der Häute : FI
07-Christian Firjahn : FI
08-180köpfige Belegschaft 1901 : FI
09-Umzug 1. Mai 1933 : FI
10-Friedrich Firjahn und Hilda geb. Tietjen : FI
11-Curt Firjahn und Angela gesch. Andersch : FI
12-Kreditaufnahmen 1842-1873 : Verf.
13-Umsätze und Gewinne/Verluste 1867-1918 : Verf.
14-Gewinn/Verlust 1867-1935 : Verf.
15-Weihnachtsgeschenke für die Arbeiter 1891-1906 : Verf.
16-Gewinn/Verlust Firjahn & Co 1935-1945 : Verf.
17-Gewerbesteuern Curt "Christian Firjahn" 1946-1981 : Verf.
18-Fabrik und Geltinger Hof auf Kaffeetasse - 19. Jahrh. : FI
19-Wilhelm Knecht : SN 3.12.1953
20-Jakob Firjahn : FI
21-Der Firjahn´sche Gemeindealtar im Schleswiger Dom: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum - Meßbildarchiv Neg.-Nr.: 10k32/462,23
22-Adolf Firjahn : FI
23-Pastor Sieveking 1896 : FI
24-Familie Firjahn-Andersch : FI
25-Karte vom Geltinger-Hof 1832 : FI
26-Capitolsplatz um 1900 : FI
27-Geburtstagsfeier von Jürgen Firjahn 1896 : FI

26. Anmerkungen:
FI = Haus- und Familienakten der Familie Firjahn-Andersch
SN = Schleswiger Nachrichten
Ibl = Intelligenzblatt
LAS = Landesarchiv
Der Verfasser dankt Herrn Dr.Gerhard Drebes in Schleswig für die Suche und Überlassung einiger Quellen.

1 ) Schuld- und Pfandprotokolle der Stadt Schleswig
2 ) Kreiskirchenarchiv Schleswig, Fi
3 ) Schleswig-Holsteins Großindustrie und Großhandel, von Paul Hirschfeld, Berlin 1894
4 ) SN 13.7.1941 Auch Schleswig hatte einen Jungfernstieg, so hieß damals dieser Teil des Stadtweges
5 ) SN 16.9.1873
6 ) Ibl 1857, S.386
7 ) SN 17.1.1870
8 ) SN 17.5.1872
9 ) Heinrich Philippsen: Zeitbilder und Denkwürdigkeiten, S.260
10 ) SN 3.4.1887
11 ) SN 23.11.1888
12 ) SN 30.8.1892 , 8.9.1892, 13.10.1894
13 ) SN 16.11.1901
14 ) SN 17.9.1903
15 ) SN 14.7.1950, Warnecke hatte die Lollfußapotheke, Erichsen & Menge: Dachpappen, Teerdest., Gottorpstr.13
16 ) SN 11.6.1917
17 ) SN 22.7.1916
18 ) SN 28.12.1921
19 ) LAS Abt. 355 Schleswig, Nr.418
20 ) Ueck, A.: Die politische Entwicklung in Schleswig 1929-1934. Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Gymnasien. 1984, Seite 10
21 ) Stadtarchiv Schleswig, Abt. 15 Nr.584
22 ) LAS, Abt. 460.12 Nr.10
23 ) LAS, Abt. 355 Schleswig, Nr.418
24 ) SN 15.8.1925, 2.5.1933, 27.4.1937
25 ) LAS, Abt. 460.12 Nr.220
26 ) LAS, Abt. 460.12 Nr.10
27 ) SN 30.5.1940
28 ) Stadtarchiv, Abt. 9 Militaria, Nr.917
29 ) LAS Abt. 460.12 Nr.10
30 ) SN Weihnachten 1957
31 ) SN 4.1.1958
32 ) SN 16.12.1979
33 ) Gemeinschaftsarchiv, Gewerbesteuerakten Abt.VII 30.41, Nr. 1187
34 ) Stadtarchiv 5d, Die Schleswiger Realschule von Ernst Petersen, 1959 S.45
35 ) Schleswig-Holsteinischer Staatskalender 1863
36 ) SN 13.8.1896
37 ) Ibl 1843, S.169
38 ) 14.11.1959
39 ) SN 4.1.1958
40 ) SN 13.8.1896
41 ) Stadtarchiv, Abt. 105 Nr.6, Eggers: Die Stadt Schleswig in den Nationalpolitischen Entscheidungen des 19. Jahrhunderts, Phil Diss 1950, S.40
42 ) SN 13.8.1896
43 ) Die Devise auf dem Orden lautete: Sincere et constanter = ehrlich und beständig.
44 ) SN 11.1.1867, 6.11.1869, 30.12.1873
45 ) SN 15.9.1876, 3.4.1883, 26.4.1901, 24.4.1902, 1.5.1908, 20.10.1909, 12.7.1912, 2.11.1916, 14.11.1919, 19.7.1921, 16.10.1922, 11.7.1927, 19.7.1927, 2.12.1944, 1.5.1954
46 ) Kreiskirchenarchiv
47 ) SN 28.6.1868
48 ) SN 24.3.1874
49 ) Flensburger Nachrichten, 2.2.1888
50 ) SN 3.12.1898
51 ) SN Oktober bis Dezember 1899
52 ) SN 26.4.1900
53 ) SN 29.6.1900, 28.9.1905, 15.9.1907, 19.6.1908, LAS Abt. 309, Nr. 11614
54 ) SN 6.5.1950, 8.5.1950, 3.12.1953, 1.12.1956
55 ) SN 14.9.1870, 3.2.1913, 7.2.1914, 9.4.1915, Weihnachten 1957, Fotografien, die diese beiden Damen im Firmenbüro zeigen
56 ) SN 5.8.1899, 6.3.1900, Aussage des Domküsters Christiansen im Jahre 2005
57 ) Bericht von Christian Firjahns Nichte Margaretha Harmsen geb. Groth
58 ) SN 26.11.1914
59 ) Internetseite der Nordelbischen Kirche
60 ) Urkundliche Nachrichten über den Kielmann´schen Hof Stadtweg 21 in Schleswig, von Emil Terno Jahrbuch 1929 des Altertumsvereins für Schleswig
61 ) SN 22.3.1952, 24.9.1958, 31.10.1958, 27.8.1959, 2.11.1960
62 ) Persönliche Mitteilung von Herrn Gerd Forck im März 2006
63 ) Urkundliche Nachrichten über den Kielmann´schen Hof Stadtweg 21 in Schleswig, von Emil Terno, Jahrbuch 1929 des Altertumsvereins für Schleswig, Seite 21

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