Das Kino in Schleswig 1897-1974 und das aufkommende Fernsehen
von Falk Ritter, 1. Juli 2007

"Solange der Kinematograph stumm war,
hatte er außerfilmische, nämlich seelische Möglichkeiten.
Der Tonfilm hat ihn entlarvt;
und vor aller Augen und Ohren breitet sich die Tatsache,
daß wir es mit einer rohen, toten Maschine zu tun haben."
Egon Friedell (1878-1938): Turmbau zu Babel, 1931

Selten hat sich ein großer Geist so geirrt.

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1. Einleitung
Über die Geschichte der Schleswiger Kinos wurde bereits 1997 in den Beiträgen der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte berichtet, wobei der Quellen-Schwerpunkt auf den Polizeiakten des Stadtarchivs lag. Die vorliegende Arbeit stützt sich im Wesentlichen auf die Schleswiger Nachrichten als Quelle. Der zeitliche Endpunkt 1974 wurde deshalb gewählt, weil die Materialsammlung parallel mit einer Arbeit über das Schleswiger Nordmark-Landestheater erfolgte, das 1974 in der "Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester GmbH" aufging.

2. Ambulante Kinos in Schleswig
Die erste Kinematographenvorstellung fand am 30. April 1897 im Bahnhofshotel Friedrichstraße 57 (heute Volksbank) statt. Die gezeigten Filme lauteten: Badende im Meere, Wäscherinnen, Portugiesische Artillerie im Feuer, Kinderscene, Nordseebrandung, Ein Eisenbahnzug in Südfrankreich, Ein Schnellmaler, Boulevard in Paris, Beim Photographen. Bis 1906 gab es nur ambulante Kinos, danach fast nur stationäre Kinos.

1897 NN im Bahnhofshotel
1897-1908 Herwig
1900-1904 J.G.Lamberts
1901 Dt. Megalo...
1902 Wlachs
1902-1903 Thiele
1903-1905 Deutscher Flottenverein
1903-1912 Volckhardt
1904 Arend
1905 NN im Bahnhofshotel
1906 Küter
1906 Axelsen
1907 NN im Stadttheater
1907 Sander
1907 Gröning in Kropp
1907 NN im Gr.Baumhof
1957 Filmwagen der Vereinigten Kinobetriebe zeigt Filme auf den Dörfern in den Kreisen Flensburg, Schleswig, Eckerförde, Rendsburg

Die ambulanten Kinematographen gastierten meist in der 1. Septemberwoche auf dem Peermarkt. Wie so eine Vorstellung aussah, beschreibt Anne Paech in ihrer "Konstanzer Kinogeschichte" 1)
"Überaus prächtig sahen die Wanderkinematographen-Theater zu dieser Zeit aus: Mit holzgeschnitzten und reich bemalten Eingangsfassaden, vor denen in der Regel eine große prunkvolle Orgel spielte, stellten sie alle anderen Jahrmarktsvergnügungen in den Schatten. Eine eigene Lokomobile, eine Dampfmaschine auf Rädern, versorgte nicht nur den Projektionsapparat mit Strom, sondern brachte auch die glühbirnengeschmückte Fassade zum Erstrahlen und kündigte durch schrilles Pfeifen den Beginn der Vorstellungen an. Der Schweizer "Salon-Cinematographe" von Georges Hipleh-Walt aus Biel war so ein vornehmes Etablissement, das im September 1906 erstmals in Konstanz gastierte. Wie vor anderen Jahrmarktsgeschäften lockte auch hier auf dem Plafond vor dem Eingang ein sogenannter "Rekommandeur", ein Ausrufer, das Publikum an, und animierte durch lautstarkes Anpreisen des Programms zum Eintritt ins Kinematographen-Theater. Über 800 Zuschauer fanden in dem transportablen Unternehmen von 30 Meter Länge und 10 Meter Tiefe Platz und zu sehen bekamen sie 'garantiert scharfe und flimmerfreie' Bilder auf einer 40qm großen Leinwand. Eine eigene Musikkapelle, die die Dampfmaschine vor dem Eingang und das Rattern des Projektors übertönen musste, sorgte für die musikalische Untermalung des Filmprogramms"

Baustelle des Capitol-Kinos

3 Technisches
3.1 Gas-Projektorlicht
1905 wurde in einer Anzeige daraufhingewiesen, dass "Wegen Mangel an Sauerstoff weitere Vorstellungen des Kinematographen nicht mehr stattfinden können". Der Sauerstoff war erforderlich zur Unterhaltung der sog. "Kalklichtlampe", die so funktionierte: "Auf einem Eisenfuss, ähnlich einem Bogenlampenfuss war ein Düsensystem, so wie ein Kalkkegel angebracht. Die ganze Lampe, so wie der Kegel waren verstellbar. Ein Gemisch von Sauerstoff und Leuchtgas erzeugte eine Stichflamme, genau so wie heute eine autogene Schweisspistole. Die Doppeldüse war in ungefähr der Stellung der positiven Kohle einer heutigen Spiegellampe angeordnet und der Kalkkegel an der Stelle des Spiegels. Die aus der Düse austretende Stichflamme fiel auf den Kegel und brachte diesen zum Weissglühen. Dieser, wie ein Spiegel wirkender Kegel warf also seinen hellen Strahl durch den Kondensator auf das Dia u.s.w. Es war damals ein ungeheuer starkes Licht." 2)

3.2 Musik und Ton
Zwischen 1906 und 1915 wurde in Schleswig öfter auf "Militärmusikbegleitung" oder "stimmungsvolle Streichmusik zu den Bildern" hingewiesen. Carl Baasch warb 1911 mit musikalischer Begleitung durch ein "elektrisches Kunstspielklavier". 3) Vor dem 1. Weltkrieg gab es zwar schon Tonfilme, aber die Synchronisation von Grammophon und Filmvorführgerät war sehr unzuverlässig. Am 17.3.1930 begann in Schleswig der Siegeszug des Tonfilms mit dem Lichttonverfahren, Titel: "Dich hab ich geliebt", Darsteller waren Mady Christians, Walter Jankuhn und Walther Feiner. Das Lichttonverfahren arbeitet so: Die elektromagnetischen Schwingungen des Mikrofonausgangs steuern die Helligkeit eines Lichtstrahls, der einen schmalen Streifen auf dem Film belichtet. Bei der Vorführung werden die Helligkeitsschwankungen in Töne zurückverwandelt.

Der erste Tonfilm in Schleswig

3.3 Filme in Feuer und Farbe
Der Kinofilm bestand aus Nitrozellulose, ein Material, das explosionsartig verbrennen konnte. Wegen dieser Feuergefahr mussten in den Kinotheatern Projektionsraum und Saal durch eine feuerfeste Mauer voneinander getrennt sein. Projiziert wurde durch ein doppeltes Sicherheitsglas. Um nicht mehr an diese strengen (und teueren) Vorschriften gebunden zu sein, verwendete Pathé für sein Leihfilmprogramm unbrennbaren Sicherheitsfilm. Obwohl der unbrennbare Acetatfilm schon 1908 (oder 1912) erfunden worden war, wurde der Nitrofilm kommerziell und privat noch lange verwendet, denn er lieferte schärfere Bilder. 4)
Auf Farbe mußten die Zuschauer noch länger warten als auf den Ton, nämlich bis 1942. Da präsentierte sich in AGFACOLOR der erste Farbfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten".

4. Stationäre Kinos in Schleswig 1907-2002
Nachfolgend eine Liste der stationären Kinos in Schleswig. Es gab bis zu 4 Kinos gleichzeitig in Schleswig. Heute existiert zwar nur noch das Capitol, welches aber über vier Kinosäle verfügt.

Schleswigs älteste Kinokarte

1907 - 1914 Erster Schleswiger Kinematograph Lollfuß 31
1907 American Bioscop Lollfuß 59
1907 Hansens Kinematograph Lollfuß 116
1907 Neuer Kinematograph Stadtweg ?
1910 - 1915 Metropol-Theater Stadtweg 9
1910 - 1923 Lichtspiel-Theater Holsteinisches Haus Lollfuß 89
1910 - 1914 Metropol, ab 1912 hiess es Palast-Theater Friedrichstr.111
1912 Central-Theater Langestr.42
1913, 1917 Urania Lollfuß 31
1914 Stadttheater Lichtspiele Lollfuß 51
1919 - 2000 Kammer-Lichtspiele (ab 1931 Metro) Lollfuß 108
1920 - 2002 Friedrichsberger Lichtspiele Friedrichstr. 29 (1939 - 1948 geschlossen)
1939 - heute Capitol Capitolplatz
1953 - 1963 Baumhoflichtspiele (Bauli) Großer Baumhof

5. Kinofilme pro Jahr 1897-1974

Auf der obigen Grafik sind die Kinofilme, Beiprogramme und Kulturfilme pro Jahr aufgetragen.
Im Zeitraum 1897-1974 konnten 17.560 Filme gezählt werden. Seit 1907 nimmt die Menge der Filme pro Jahr bis 1920 zu, dann erfolgt ein allmählicher Abfall bis 1946. Die Einkerbung nach 1907 bedeutet nur, dass in diesen Jahren wenig in der Zeitung inseriert wurde. Zwei Weltkriege und zwei Wirtschaftskrisen (1923 und 1933) führten zu Rückgängen der Zelluloidstreifen. Interessant sind die Filmangebote, wenn man die Zeiten der beiden Weltkriege vergleicht:
WK I: 1916 wurde mitten im Krieg ein Minimum an Filmen erreicht, weil Deutschland keine Importe mehr aus Frankreich erhielt, das damals 90 % des Weltmarktes belieferte. Die im selben Jahr gegründete private Firma "Deutsche Lichtbild-Gesellschaft e.V." (Hugenberg), die UFA 1917 und Hollywood ab 1919 sorgten bald für einen Aufschwung. 1928 stammten 85 % der Filme aus Amerika.
WK II: 1946 entstand wieder eine Talsohle, diesmal erst nach dem Krieg, weil die alliierte Filmzensur die Auslieferung alter und neuer Movies ausbremste. Jetzt begann die ganz große Zeit des Kinos mit einem Maximum im Jahre 1962. Die Einkerbung im Jahre 1958 signalisiert den ersten Schub von Fernsehgeräten, der Abfall ab 1963 markiert den Siegeszug der Flimmerkiste. Um 1970 herum wurden Beiprogramme, Kulturfilme und Wochenschauen eingestellt. Im Jahre 2002 konnte man sich in Schleswig nur noch 147 Kinofilme ansehen.

6. Erstaufführungen

Die nächste Grafik zeigt den Anteil von Erstaufführungen an der Gesamtzahl der Filme pro Jahr. Grundsätzlich nimmt die Anzahl der Premieren ab, denn je mehr Filme es bereits gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Film wiederholt oder neu verfilmt wird. Besonders dramatisch ist der Abfall der Erstaufführungen im 2. Weltkrieg. 27% aller gezeigten Filme waren Wiederholungen.

7. Das Fernsehen
In der folgenden Grafik sieht man die errechnete Anzahl der Fernsehgeräte in Schleswig. Laut GEZ kommen in Deutschland heute auf 100 Einwohner 40 angemeldete Fernsehgeräte. Der steile Anstieg begann im Jahre 1958 und sorgte für den Niedergang des Kinos. Anfang der 70er Jahre war eine Sättigung mit (angemeldeten) Fernsehgeräten erreicht. Es erfolgte dann nur noch ein Austausch von Schwarzweiß- gegen Farbfernsehgeräte. 5)

8. Anzahl der Kinoplätze in Schleswig-Holstein
Wie sehr das Fernsehen das Kino zurückdrängte, kann man der folgenden Graphik entnehmen, wo die Anzahl der Sitzplätze in den schleswig-holsteinischen Kinos aufgetragen sind: 6)

9. Top 15 der Schleswiger Filme 1897-1974
Erklärendes Beispiel: "Verdammt in alle Ewigkeit" wurde im Zeitraum 1954-1974 in 9 Jahren aufgeführt. Auffallend an den Top 15 ist die hohe Anzahl der Grimm-Märchen, die meist vor und nach Weihnachten gezeigt wurden, beim Theater zu Weihnachten. Es muß ergänzt werden, dass einige Filme wie z.B. "Der Graf von Monte Christo" mehrfache Remakes erfuhren.

1913-1974 10 Der Graf von Monte Christo
1918-1968 14 Dornröschen
1923-1962 13 Blinde Passagiere (Pat und Patachon)
1925-1962 9 Die Fledermaus (v. Richard Strauß)
1934-1973 14 Hänsel und Gretel
1936-1963 9 Der gestiefelte Kater
1936-1964 10 Mädchenräuber (Pat und Patachon)
1936-1969 9 Frau Holle
1939-1970 9 Schneewittchen und die 7 Zwerge
1940-1962 9 Die Heinzelmännchen
1942-1962 9 Schneeweißchen und Rosenrot
1943-1967 9 Der Froschkönig
1944-1971 12 Die Feuerzangenbowle
1949-1974 9 Der Glöckner von Notre Dame
1954-1974 9 Verdammt in alle Ewigkeit

10. Top 10 der Filmserien
Beispielhafte Erklärung: Im Zeitraum 1919 bis 1933 wurden 22 verschiedene "Er"-Harold Lloyd-Filme gezeigt. "Western" gab es schon vor dem 1. Weltkrieg. Die erste Western-Serie war "Tom Mix" zwischen 1925 und 1950.

1919-1933 22 "Er"-Harold Lloyd (Komiker)
1919-1962 26 Charlie-Chaplin
1925-1967 39 Pat und Patachon
1928-1971 25 Mickymaus
1932-1962 30 Tarzan
1950-1963 26 Zorro
1951-1970 46 Dick und Doof
1954-1966 38 Fuzzy
1958-1974 28 Frankenstein
1967-1971 29 Django

11. Sexuelle Revolution im Kino schon 1919
Bei "sexueller Revolution" denkt man gemeinhin an die Zeit von 1968 bis 1971, in der die Helga- und Oswald-Kolle-Filme die Bundesrepublik aufklärten. Es folgte die "Report"-Serie wie Schulmädchen- und Hausfrauen-Report. Diese Streifen hatten aber schon Vorgänger: 1917 überschwemmten Liebesfilme die Kinos. Kam man hier Bedürfnissen der vielen einsamen Frauen entgegen?
Auch am Theater ging es "heiß" her: Beispielsweise sollte 1916 das Theaterstück "Weibsteufel" von Schönherr im "Holsteinischen Haus" aufgeführt werden, was vom Zensor aber verboten wurde: "Nach unserer Ansicht zeigt die ganze Handlung des Stückes eine an Gemeinheit grenzende Sinnlichkeit, und bietet insgesamt die Heldin des Stückes eine derart unnatürliche Entartung des weiblichen Charakters, daß die Vorführung wenigstens in der gegenwärtigen Zeit abstoßend zu wirken geeignet ist." 7) 1919 war das Jahr der sexuellen Aufklärung mit Filmen über Prostitution und Homosexualität, "Wundersam ist das Märchen der Liebe" und "Kinder der freien Liebe" folgten. 8)
Die Liebhaber von Abenteuerfilmen mußten sich nach dem "Großen Krieg" bis 1921 gedulden. Vermutlich war das Verlangen nach "Action" durch die selbst erlebten Schlachten hinreichend gedeckt, was die zweijährige Pause erklären könnte.

12. "Schleswig"-Filme 1920-1936
Es wurden auch Filme in Schleswig gedreht und gezeigt. Die Filme 2 bis 6 sind alle verschollen.
6.2.1914 Festzugfilm, (im LAS)
6.2.1922 großer Verleihfilm vom V.f.L.
16.5.1925 Schleswiger Stadtfilm
17.8.1925 Die rheinische 1000-Jahr-Feier in Schleswig
26.2.1932 Die Herstellung der "Schleswiger Nachrichten"
31.1.1936 Schleswig an der Schlei
1935-1939 dänische Ansgar-Schule in der Bismarckstraße (im dänischen Central-Archiv in Flensburg)

13. "Prädikat besonders wertvoll" 1922-1973
Im Jahre 2003 gab die Bundeszentrale für Politische Bildung einen Kanon von 35 Spielfilmen aus dem Zeitraum 1922-1999 für den Schulunterricht heraus. 9) Die "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK) titulierte solche Streifen früher mit "Prädikat besonders wertvoll". An Hand dieses Kanons wurde untersucht, welche von ihnen aus dem Zeitraum 1922 bis 1973 in Schleswig aufgeführt wurden und welche nicht (= Minuszeichen). Die Zahl vor dem Titel bezeichnet das Jahr der Schleswiger Aufführung. Einige - wie "Citizen Cane" und "Sein oder Nichtsein" - kamen hier erst mit großer zeitlicher Verzögerung zur Aufführung, 10 weitere überhaupt nicht.

Jahr Titel Land Uraufführung Regisseur
- Nosferatu D 1922 Fritz Murnau
1926 Panzerkreuzer Potemkin UdSSR 1925 Sergej Eisenstein
1927 Goldrausch USA 1925 Charles Chaplin
1932 Emil und die Detektive D 1930 Gerhard Lamprecht
- M [Krimi] D 1931 Fritz Lang
1936 Laurel & Hardy USA 1936 (Noch kein Titel festgelegt)
- Der Zauberer von Oz USA 1939 Victor Fleming
- Stagecoach USA 1939 John Ford
1963 Citizen Kane USA 1941 Orson Welles
1961 Sein oder Nichtsein USA 1942 Ernst Lubitsch
- Deutschland im Jahre Null Italien 1948 Roberto Rosselini
1956 Rashomon Japan 1950 Akira Kurosawa
1957 La Strada Italien 1954 Federico Fellini
- Nacht und Nebel F 1955 Alain Resnais
- Vertigo USA 1958 Alfred Hitchcock
1959 Die Brücke D 1959 Bernhard Wicki
1960 Außer Atem F 1960 Jean-Luc Godard
1965 Dr. Seltsam USA 1964 Stanley Kubrick
1967 Blow up GB 1966 Michelangelo Antonioni
1969 Das Dschungelbuch USA 1967 Wolfgang Reithermann
- Ich war 9 DDR 1969 Konrad Wolf
- Der Wolfsjunge F 1969 Francois Truffaut
- Alice in den Städten D 1973 Wim Wenders

14. Fremdenvorstellungen und Fremdenlogen
Von 1924 bis 1950 wurden "Fremden- und Jugendvorstellungen" angeboten. Die Preise für diesen Personenkreis waren verbilligt. Als "Fremde" bezeichnete man damals die Bewohner der umliegenden Dörfer, die nur eine Bus- oder Bahnfahrkarte vorlegen mussten, um in den Genuss der Ermäßigung zu kommen. Manche Kinos (und Theater) der Großstädte verfügten über sogenannte "Fremdenlogen", welche paradoxerweise zu den teuersten Platzgruppen gehörten. 10)

15. "James Bond" bereits 1945 in Schleswig
1945 wurde der Lieutenant der Royal Army Roger Moore in Schleswig als Leiter eines Army-Depots eingesetzt. In Neumünster erlitt er einen schweren Autounfall. Er erwachte erst eine Woche später im Schleswiger Krankenhaus aus dem Koma, wo man seinen Schädelbruch behandelte. Später wurde er ein bekannter Schauspieler und löste im Jahre 1973 seinen Kollegen Sean Connery als James Bond-Darsteller ab in dem Film "Leben und sterben lassen". 11)

16. Bilder
Bild 1: Schleswigs älteste Kinokarte, ca. 1907, GemA Sl-Fl Abt. 10 Nr. 218
Bild 2: "Dich hab ich geliebt, erster Tonfilm, 17.3.1930
Bild 3: Großer Baumhof, als Kino "Bauli" genannt, Dank an Herrn Dieter Möller aus Klensby
Bild 4: Tom Mix, SN 1.5.1929
Bild 5: § 175 - sexuelle Aufklärung: Fehler! Es ging um das StGB, nicht um den BGB! SN 20.6.1919

17. Anmerkungen
1 http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/LitWiss/MedienWiss/Texte/geschikn.html
2 http://www.kinogeschichte.at/geni/geni_text.htm
3 Karl Rathjen: Geschichte des Film- und Kinowesens in der Stadt Schleswig, Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte 1996, S. 151
4 http://www.super8site.com/fanzine/aktuell/pathe_ru
5 Aus dem Statistischen Jahrbuch Schleswig-Holstein, LAS E röm. 2, 144 / 4 wurde der Prozentsatz Fernsehgeräte zu Bevölkerung in Schleswig-Holstein errechnet. Dies wurde auf die jährliche Bevölkerung in Schleswig übertragen, was dann die Anzahl der Fernsehgeräte in Schleswig ergibt.
6 Statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein, LAS E röm. 2, 144 / 4
7 Landesarchiv in Schleswig Abt. 309 Nr. 12474, 1916-1920 Das Theater im Kriege
8 SN 28.3.1919, 31.3.1919
9 www.bpb.de
10 SN 8.7.1924, Der Ausdruck "Fremde" und "Fremdenvorstellungen" wurden vom Theater übernommen. Vergleiche SN 19.12.1909, http://www.landestheater-detmold.de/, Auch Mündliche Mitteilung 2002 von Herrn Horst Reimers, Autor des Buches: Von der Kaiserkrone zum CinemaxX. Die Geschichte der Kieler Filmtheater, Husum ??? 11 http://www.roger-moore.com/roger-moore-charity3.htm

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